| Meet the Mohns | Teil 1: Daten und Fakten |
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| Manipulatives |
| Sonntag, 04. Oktober 2009 um 18:12 Uhr |
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Der erste Teil dieser Artikelreihe ist lediglich eine Denksportaufgabe. Die ist aber ziemlich knifflig. Also aufmerksam lesen! Achtung, es geht los:
Was haben...
die RTL-Group mit ihren 45 TV-Sendern und 32 Radiostationen in 11 Ländern (Einzelauflistung hier),
wie etwa der fränzösische Fernsehsender M6, der englische Sender Five, der russische REN TV, die deutschen n-tv, Vox, RTL, RTL 2, Super RTL
sowie die Radiostationen 89,0 RTL (Sachsen-Anhalt), 104,6 RTL (Berlin), Spreeradio, Antenne Bayern, Antenne MV, Antenne Thüringen, Hitradio Antenne Niedersachsen, Hitradio RTL Sachsen, Oldie 95 (Hamburg), Radio Hamburg, Radio NRW, Radio Regenbogen (Baden-Württemberg)
oder die Filmproduktionsfirmen FremantleMedia (London), Grundy (Sydney), UFA Film & TV Produktion (Potsdam), Universum Film (München),
das weltgrößte Verlagshaus für englischsprachige Bücher »Randomhouse« mitsamt seinen 120 (auch anderssprachigen) Subverlagen in 19 Ländern
wie z.B. die deutschen Verlage Goldmann (Richard D. Precht: »Wer bin ich und wenn ja wieviele«), btb (Pascal Mercier: »Nachtzug nach Lissabon«), Ariston, Bassermann, cbj Kinder- und Jugendbücher, Diederichs Verlag, DVA, Edition Elke Heidenreich, Heyne, Knaus, Manhattan bei Goldmann (Vladimir Kaminer: »Russendisko«) Mosaik bei Goldmann, Pantheon, Riemann, Siedler (Helmut Schmidt: »Ausser Dienst«) Sphinx und vielen anderen,
das Verlagshaus Gruner+Jahr mit rund 500 Print- und Onlinemedien in 90 Ländern,
wie zum Beispiel den »Lifestyle«- und Fachzeitschriften und den jeweils dazugehörenden Websites... art, Brigitte (inkl. Brigitte Balance, Brigitte Woman), Capital, Der Spiegel (Eigentumsanteil 25,25%), Eltern, essen&trinken, Gala (inkl. Gala Style) Geo (inkl. Geo Epoche, Geo kompakt, Geo mini, Geo Saison, Geo Saison extra, Geo Special, Geo Wissen und Geolino), Manager Magazin (Eigentumsanteil 24,9%) National Geographic (inkl. National Geographic World), Stern (inkl. Neon, Nido, Fotografie, Gesund leben, TV Magazin, View), P.M. (inkl. P.M. Biografie, P.M. Fragen&Antworten, P.M. History, P.M. Perspektive, P.M. Trainer), Schöner Wohnen,
... verkaufsorientierten Kundenzeitschriften (»Corporate Media«)... SonnenSeiten (Magazin der ARD-Fernsehlotterie), Fit! (DAK-Magazin), Compass (Comdirect Bank Magazin), Das Magazin (EnBW-Magazin), Deutsche Bahn Mobil, Neues Zuhause (Magazin der Deutschen Post AG), Ikea Family Live, Lufthansa (inkl. Lufthansa Magazin, Lufthansa Exclusive, Lufthansa Woman's World, Lufthansa Business World, Lufthansa Media World), Miele – zu Tisch (Miele Magazin), Miele – à la carte (Miele Magazin), Niveau (Nivea-Magazin), Volkswagen Magazin, Young Style (Beauty Alliance Magazin), Zeit Wissen (ja, auch die) und andere mehr,
und Zeitungen... Financial Times Deutschland, Sächsische Zeitung, Morgenpost Sachsen
das Vermarktungsunternehmen Direct Group mit seinen Medienclubs, Buchhandelsketten, Online-Shops, Verlagen und Distributionsfirmen in 16 Ländern weltweit (Quelle),
das Dienstleistungsunternehmen Arvato AG, Europas größter Anbieter von Kundenprofilen und Kundenbindungsstrategien mit Europas größter Druckerei-Gruppe und der weltweit zweitgrößten CD- und DVD-Produktion (Quelle),
die kommunalen (also öffentlichen) Verwaltungsaufgaben der Stadt Würzburg,
die Datenaufbereitung von militärischem Kriegsgerät (Spähfahrzeug »Fennek«, Schützenpanzer »Marder«, mobiles Dekontaminationssystem,
die Liedrechte von
Peter Fox, A-ha, Virgina Jetzt! oder 2Raumwohnung,
deine Adressdaten, deine Kontonummer und deine Bankleitzahl bei Online-Einkäufen (»Infoscore Consumer Data GmbH« bei Paypal hier und hier),
die Daten über deine Schulden und deine finanzielle Kaufkraft, deine Konsumgewohnheiten und bevorzugten Zahlungsmethoden
...gemeinsam?
Richtig: Sie gehören alle Bertelsmann und Bertelsmann gehört der Familie Mohn. Wer die Quelle prüft, wird sehen, dass die Mohns ja nur knapp ein Viertel der Anteile an der Bertelsmann AG halten und den Rest ja die Bertelsmann-Stiftung. Das ist auch völlig richtig. Und nun ratet mal, wem die Bertelsmann-Stiftung gehört. Wieder richtig: den Mohns! Und zwar vom Stifter bis zum Führungsgremium. Allerdings befinden sich in den Führungsgremien der Bertelsmann-Stiftung auch Nicht-Familienangehörige. Vermutlich deshalb ist die Stiftung trotz der Mehrheitsanteile stimmlos, wenn es um die Konzernbelange geht. Das Stimmrecht hält die Mohn-Familie über die Bertelsmann Verlagsgesellschaft (BVG) zu »100 Prozent«.
Vorgestern, am 3. Oktober 2009, ist der Konzern-Patriarch Reinhard Mohn gestorben, der an unzähligen Menschen in diesem Land verdiente, indem er ihnen »Knebelverträge« für Lese-Abos des Bertelsmann-Clubs (»Der Club«) mit »teils aggressiven« Methoden verkaufen bzw. »aufschwatzen« ließ, der immer versuchte, »für sich unangenehme Themen kleinzuhalten«, der »regelmäßig mit schönen Bürofräuleins aus seinem Unternehmen« seine damalige Frau betrog und auf diese Art auch seine letzte Ehefrau Elisabeth »Liz« Mohn als 17-jährige, blonde Telefonistin kennenlernte, der »eisenhart gegen seine Gegner« gewesen sein soll, dem vorgeworfen wird, »nicht eindeutig genug Stellung bezogen zu haben« bei der Aufarbeitung der Unternehmensgeschichte, denn Bertelsmann kooperierte mit den Nazis und druckte Propaganda. Die Presse lobt ihn als »einen der herausragendsten deutschen Unternehmer«, als »Wirtschaftsweisen« mit »einer der großen Erfolgsgeschichten« im Nachkriegsdeutschland und überall wird betont, er sei so nah an seinen Mitarbeitern gewesen, weil er angeblich jeden Tag mit in der Bertelsmann-Kantine gegessen hätte. In der Frankfurter Rundschau hingegen wird auf einen »Sekten«-Charakter und den Messbarkeitsfetischismus der von Reinhard gegründeten Bertelsmann-Stiftung sowie die Kritik an der »Gemeinnützigkeit« dieser Stiftung hingewiesen. Unter anderem konzipierte die Bertelsmann-Stiftung die Hartz-IV-Gesetze mit und will die Privatisierung des Gesundheits- sowie durch das (bertelsmanneigene) studiengebührenbefürwortende »Centrum für Hochschulentwicklung« (CHE) und das »Centrum für angewandte Politikforschung« (CAP) auch die Privatisierung des Bildungswesens voranpeitschen.
Was all das für einen ohnehin nicht sonderlich transparenten und bevölkerungsnahen Staat bedeutet, wenn eine einzige Milliardärsfamilie derart viele bzw. große Presse- und Informationskanäle, Print- und Rundfunkmedien, Produktions- und Dienstleistungsunternehmen, Think Tanks und Lobby-Organisationen kontrolliert, brauchen wir wohl niemandem zu erklären.
Leider ist vor Bertelsmann inzwischen wirklich gar nichts mehr sicher. Nicht einmal mehr das Internet. Denn »Arvato Online Services« bietet Unternehmen sogar die Möglichkeit an, in deren Auftrag in Internetforen und Blogs nach Kritik und Negativeinträgen zu suchen und diesen dann »aktiv entgegenzuwirken«. Das ganze nennt sich »Social Media Monitoring«, also Sozialmedien-Überwachung.
Gegenöffentlichkeit:
http://www.anti-bertelsmann.de/ http://www.bertelsmannkritik.de/index.htm
E-Mail-Verteiler für bertelsmannkritische Neuigkeiten
Bertelsmannkritisches Musik-Video des Künstlers »Pan« über den medial aufgebauschten Rapper »Massiv«. (Zum Zeitpunkt als das Video entstand, gehörte SonyBMG noch zu Bertelsmann. SonyBMG wurde jedoch Ende 2008 aufgelöst.)
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Kommentare
Urheberrecht reformieren
und
Abmahn-Wahn stoppen!
Piratige Grüße,
Phil