S wie Smartmob

Smartmob-IconMan be­findet sich mitten in der Stadt, z.B. auf dem Markt­platz, und plötz­lich be­ginnen ei­nige  Men­schen sich merk­würdig zu ver­halten: Sie singen, ma­chen Krach, stürmen alle auf einmal in einen Laden, fangen an zu tanzen oder Theater zu spielen. „Flashmobs“ nennen sich diese kon­zer­tierten, scheinbar spon­tanen Blitz­ak­tionen, die sich hin­terher ebenso plötz­lich wieder auf­lösen wie sie be­gannen. Seit ei­nigen Jahren haben sich Flashmobs welt­weit ver­breitet: Man trifft sich zur Kis­sen­schlacht im Park oder zum Freeze auf dem Bahnhof (wei­tere Bei­spiele mit Vi­deos und Über­sichts­seite zu Flashmobs welt­weit). Die Teil­neh­menden haben sich vorher noch nie ge­troffen, son­dern sind nur durch das In­ternet oder durch Freunde auf dieses Er­eignis auf­merksam ge­worden. Ent­gegen den meisten Ak­ti­ons­formen im öffent­li­chen Raum ver­folgen Flashmobs in aller Regel keinen Zweck. Es geht le­dig­lich um den Spaß an Spon­ta­neität, um das Ver­gnügen des Ver­wir­rens und das In­ter­esse an der In­ter­ven­tion im Alltag. Da es stets Auf­merk­sam­keit er­regt und kreativ ist, lässt sich diese Ak­ti­ons­form aber auch her­vor­ra­gend für Pro­teste nutzen. Das ist der Sinn der „Smartmobs“.

In Groß­bri­tan­nien hat seit ei­nigen Mo­naten bei­spiels­weise die Gruppe UK Uncut sehr er­folg­reich solche Smart­mobs or­ga­ni­siert, um gegen mil­li­ar­den­schwere Steu­er­ge­schenke an Un­ter­nehmen bei gleich­zei­tigen So­zi­al­kür­zungen zu pro­tes­tieren. Smart­mobs be­nö­tigen nur eine ver­gleichs­weise ge­ringe An­zahl von Teil­neh­menden und können dabei ge­nauso me­di­en­wirksam sein wie große De­mons­tra­tionen. Der Vor­teil ist dabei ist, dass sie sich viel ein­fa­cher or­ga­ni­sieren lassen.

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Was machte ei­gent­lich Frau Humboldt?

HU-Logo gegendert.

Wäh­rend die ge­sell­schaft­liche De­batte um Frau­en­quoten in vollem Gange ist, er­in­nert eine Ak­tion an der Ber­liner Humboldt-Universität (HU) daran, dass mo­derne Uni­ver­si­täten rund 200 Jahre lang Orte männ­li­cher Do­mi­nanz waren – und noch immer sind.
Ein Gast­bei­trag von Femitronix.

 

Die Phi­lo­so­phen haben die Welt nur ver­schieden in­ter­pre­tiert; es kommt aber darauf an, sie zu ver­än­dern.“ Denk­mal­ge­schützt er­in­nert Marx‘ Aus­sage im Haupt­ge­bäude der HU an die ma­te­ri­elle und po­li­ti­sche Seite der Wis­sen­schaft. Einen Trep­pen­ab­satz weiter er­hält Marx Un­ter­stüt­zung von einer ganzen Reihe weißer Männer: Por­traits von No­bel­preis­trä­gern er­in­nern vor dem Se­nats­saal an die män­ner­do­mi­nierte Ver­gan­gen­heit der Uni­ver­sität. Fast vermag man sie leise flüs­tern hören: „Seht her! Die ge­sell­schaft­li­chen Hier­ar­chien ma­chen vor der Uni­ver­sität keinen Halt.“ Aus­ge­zeichnet wurden nicht all die Frauen, die ihre Männer im Hin­ter­grund un­ter­stützten und daran ge­hin­dert wurden, stu­dieren zu können; nicht die Frauen, die sich im aka­de­mi­schen Be­trieb durch­ge­setzt haben, ob­wohl nie­mand ihnen die Re­pro­duk­ti­ons­ar­beit ab­nahm und auch nicht jene, die sich erst er­kämpfen mussten, an hie­sigen Uni­ver­si­täten stu­dieren zu dürfen.

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Atomkraft-Debatte welt­weit (lau­fend aktualisiert)

Die AtomweltNach der Ka­ta­strophe in Japan wird die Nut­zung von Atom­kraft welt­weit dis­ku­tiert. Wo gehen AKWs vom Netz, wer er­höht die Si­cher­heits­stan­dards und welche Länder lassen sich in ihrem Atom­kurs nicht ir­ri­tieren. Ein Fakten-Check, der von nun an ständig fort­ge­führt wird.

 

Ar­gen­ti­nien

2 AKWs in Be­trieb, 1 im Bau

Das AKW Atucha II im Norden von Buenos Aires wird fer­tig­ge­stellt. Alles si­cher, pre­digen Be­treiber und Nu­kle­ar­kom­mis­sion. Au­ßerdem gebe es an den Stand­orten der ar­gen­ti­ni­schen Re­ak­toren keine Erd­beben und Tsu­namis. (SZ)

 

Bel­gien

7 Re­ak­toren in Betrieb

Die Ab­schal­tung der bel­gi­schen AKWs steht mo­mentan nicht zur De­batte. An­ne­marie Tur­tel­boom, Wirt­schafts­mi­nis­terin in Bel­gien, äußerte sich wie folgt: „Wenn jedes Land wie An­gela Merkel ent­scheidet, be­kommt Eu­ropa ein Energie-Problem.“ Über so etwas könne man nicht „leicht­sinnig und uni­la­teral“ ent­scheiden. (Spiegel On­line)

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Ich bin ein Lobbyist“

Es war eine kurze Europa-Karriere für Ernst Strasser. Nachdem er ei­nige Jahre lang öster­rei­chi­scher In­nen­mi­nister war und da­nach als Un­ter­neh­mens­chef und Vor­stands­mit­glied in di­versen Be­ra­tungs­firmen ar­bei­tete, wurde er 2009 ins Eu­ro­pa­par­la­ment ge­wählt. Seitdem setzte er sich dort für 100.000 Euro pro Jahr als Ab­ge­ord­neter für die In­ter­essen pri­vater Auf­trag­geber ein. Fünf sol­cher „Kunden“ hatte er be­reits. Seine Po­si­tion in Brüssel wollte er nutzen, um sich ein „ei­genes Netz­werk“ auf­zu­bauen, das ihm wie­derum für seine Lobby– und Be­ra­tungs­firma „Con­sul­ting, Coa­ching & Edu­ca­ting GmbH“ nütz­lich sein kann. Doch dann ging er zwei Jour­na­listen der Sunday Times in die Falle, die sich als Lob­by­isten ge­tarnt und seit Juni 2010 ver­schie­denen Europa-Abgeordneten Geld für po­li­ti­sche Ein­fluss­nahme ge­boten hatten. Strasser biss an. In ihrem Namen lei­tete er (zum Glück er­folglos) einen Ände­rungs­an­trag zum An­le­ger­schutz weiter. Bei einem der Treffen filmten ihn die Undercover-Reporter heim­lich (s. unten). Darin sagt Strasser unter an­derem wörtlich:

»Ich bin ein Lob­byist. […] Lob­by­isten haben immer etwas An­rü­chiges. Das ist wahr. Ich habe selbst so­etwas. Des­halb müssen wir vor­sichtig sein.«

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Dumm, brutal und na­tional – NPD-Wahlkampf in Sachsen-Anhalt

No NPD! Kampagnenlogo

Logo der NoNPD-Kampagne des VVN-BDA. (Quelle: http://kampagne2007.npd-verbot-jetzt.de/)

Die „tra­genden Schichten“ in Deutsch­land würden in „mul­ti­eth­ni­schen Ex­zessen“ das deut­sche Volk „aus­tau­schen“. Auf­grund von „Über­frem­dung“ und ar­beits­lo­sig­keits­be­dingter Ab­wan­de­rung würde „die Heimat aus­bluten“ und es stehe nicht we­niger als der „Tod des deut­schen Volkes“ bevor.

Dies sind die „In­halte“, mit denen Sachsen-Anhalts NPD um den Einzug in den Mag­de­burger Landtag am 20. März kämpft. Laut einer ak­tu­ellen Um­frage von In­fra­test dimap könnten sich 5 Pro­zent der Wahl­be­rech­tigten in Sachsen-Anhalt trotzdem – oder schlimmer noch: des­wegen – vor­stellen, die NPD zu wählen. Es wäre der dritte Land­tags­einzug für die rechts­ex­treme Partei und an­ge­sichts der kaum noch zu über­schau­enden Skan­dale und Ver­gehen von Mit­glie­dern und Pro­mi­nenz dieser Partei, ein be­son­ders schlechtes Zei­chen für die po­li­ti­sche Land­schaft in diesem Bun­des­land, aber auch dar­über hinaus.

Zumal die Ge­sin­nung und Ak­ti­vi­täten der NPD-Funktionäre noch weitaus men­schen­ver­ach­tender und ge­fähr­li­cher sind, als es die auf ein le­gales Maß ver­harm­loste Rhe­torik offenbart.

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7 auf einen Streich

Die Atomkoalition

Quelle: blog.rebellen.info

Da saßen sie nun und ver­kün­deten ihren Be­schluss, die sieben ältesten Atom­meiler für die drei­mo­na­tige Dauer des Mo­ra­to­riums, in dem ein um­fas­sender Si­cher­heits­check vor­ge­nommen werden soll, vor­läufig vom Netz zu nehmen. Ent­schlossen wollten sie wirken, An­gela Merkel sowie die zu­stän­digen Mi­nis­ter­prä­si­denten und Bun­des­mi­nister; doch sie boten ein merk­wür­diges Schau­spiel. Zu ge­gen­wärtig sind noch ihre Be­schlüsse aus dem Sep­tember, die Lauf­zeiten, auch jener Alt– und Sicherheitsrisiko-Meiler, dras­tisch zu ver­län­gern. Nun wurden die Atom­lob­by­isten wie Brü­derle und Mappus von der Rea­lität über­rollt; ihnen blieb nichts an­deres übrig als sich den neuen Ge­ge­ben­heiten an­zu­passen, zu denen auch die um ei­niges deut­li­chere Anti-Atom-Haltung der Be­völ­ke­rung zählt. Also reden sie vom „ab­so­luten Vor­rang der Si­cher­heit“ und ver­raten dabei un­ge­wollt, dass sie bis­lang ganz of­fen­kundig an­dere Prio­ri­täten setzten.

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D wie Demonstration

Böse Zungen be­haupten De­mons­tra­tionen seien ein Re­likt aus dem ver­gan­genen Jahr­hun­dert und auch unser Ak­ti­ons­le­xikon ver­folgt durchaus das Ziel, darauf auf­merksam zu ma­chen, dass es weitaus mehr Mög­lich­keiten für po­li­ti­sche Ak­tionen gibt als die klas­si­sche Demo. Aber ganz ver­zichten kann man auf sie auch im Zeit­alter von Online-Petitionen, Kom­mu­ni­ka­ti­ons­gue­rilla und di­gi­talen Re­vo­lu­tionen nicht. De­mons­tra­tionen sind seit jeher das Mittel, um eine be­stimmte Mei­nung mas­sen­haft zum Aus­druck zu bringen. Nicht selten sind sie der Aus­gangs­punkt für Um­stürze, Re­gie­rungs­wechsel, Re­formen oder Re­vo­lu­tionen. Hier­zu­lande haben sich die Herr­schenden mitt­ler­weile daran ge­wöhnt, De­mons­tra­tionen, vor allem wenn sie ein­malig statt­finden, aus­zu­sitzen. An­derswo, wie jüngst im ara­bi­schen Raum, kann man je­doch sehen, welche Wir­kung die mas­sen­hafte Prä­senz im öffent­li­chen Raum ent­falten kann.

Doch wie melde ich eine De­mons­tra­tion an? Muss ich das über­haupt? Und was gilt es sonst noch zu be­achten? In diesem Ar­tikel haben wir nütz­liche Hin­weise für diese und an­dere Fragen zusammengestellt.

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»Gut­ten­berg schreibt sich ab« — Twitternachrufe

Guttenberg gelöscht

Die Netz­ge­meinde kom­men­tiert auf Twitter den Rück­tritt von zu Gut­ten­berg. Wir do­ku­men­tieren ohne An­gabe von Quellen aus­ge­wählte Re­ak­tionen, wobei für uns ins­be­son­dere das gilt, was ein User auf Twitter schrieb:

Im Mi­nis­te­rium hatten sie Tränen in den Augen? Hey, bei Twitter auch! Lach­tränen!“

Die meisten Kom­men­ta­toren be­schäf­tigen sich mit trä­nen­rei­chen Er­klä­rung des Ex-Doktor-Ministers und den Re­ak­tionen darauf:

#Gut­ten­berg ist zu­rück­ge­treten! Für viele Deut­sche die größte Hi­obs­bot­schaft seit das ZDF den Grand Prix der Volks­musik ab­ge­setzt hat.

Die Kanz­lerin kann Gut­ten­bergs Rück­tritts­ge­such be­stimmt nicht an­nehmen, da Zweifel an dessen Echt­heit bestehen …

#Gut­ten­berg be­gründet er kann seinen ei­genen An­sprü­chen nicht ge­nügen — ehh — kann er jetzt nicht Lügen und Betrügen?

Dieser Ver­tei­di­gungs­mi­nister ent­hält un­auto­ri­sierten Con­tent und ist in Deinem Land nicht mehr verfügbar.

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