Man befindet sich mitten in der Stadt, z.B. auf dem Marktplatz, und plötzlich beginnen einige Menschen sich merkwürdig zu verhalten: Sie singen, machen Krach, stürmen alle auf einmal in einen Laden, fangen an zu tanzen oder Theater zu spielen. „Flashmobs“ nennen sich diese konzertierten, scheinbar spontanen Blitzaktionen, die sich hinterher ebenso plötzlich wieder auflösen wie sie begannen. Seit einigen Jahren haben sich Flashmobs weltweit verbreitet: Man trifft sich zur Kissenschlacht im Park oder zum Freeze auf dem Bahnhof (weitere Beispiele mit Videos und Übersichtsseite zu Flashmobs weltweit). Die Teilnehmenden haben sich vorher noch nie getroffen, sondern sind nur durch das Internet oder durch Freunde auf dieses Ereignis aufmerksam geworden. Entgegen den meisten Aktionsformen im öffentlichen Raum verfolgen Flashmobs in aller Regel keinen Zweck. Es geht lediglich um den Spaß an Spontaneität, um das Vergnügen des Verwirrens und das Interesse an der Intervention im Alltag. Da es stets Aufmerksamkeit erregt und kreativ ist, lässt sich diese Aktionsform aber auch hervorragend für Proteste nutzen. Das ist der Sinn der „Smartmobs“.
In Großbritannien hat seit einigen Monaten beispielsweise die Gruppe UK Uncut sehr erfolgreich solche Smartmobs organisiert, um gegen milliardenschwere Steuergeschenke an Unternehmen bei gleichzeitigen Sozialkürzungen zu protestieren. Smartmobs benötigen nur eine vergleichsweise geringe Anzahl von Teilnehmenden und können dabei genauso medienwirksam sein wie große Demonstrationen. Der Vorteil ist dabei ist, dass sie sich viel einfacher organisieren lassen.







