Im Gegensatz zu unserem letzten Interview bei Radio Fritz, das ihr hier noch immer nachhören könnt, und an das wir uns gern zurück erinnern, wird es diesmal keine Aufzeichnung, sondern Live sein. Ein bisschen aufgeregt sind wir ja schon.
Falls ihr zuhören und gemeinsam mit uns den ein oder anderen Verhaspler lachend erleben wollt, dann schaltet ein:
Mittwoch – 24. August – ab 16.00 Uhr
UKW In Berlin und Brandenburg auf 100.6 MHz In Stuttgart auf 97.2 MHz In Bremen auf 97.2 MHz
Überforderung der Polizei, Bürgerwehren, Bürgerkriegsähnliche Zustände. Ist die Rede von London? Birmingham? Von Tausenden jungen Menschen, die Geschäfte plündern und Chaos verbreiten? Möglich wäre es, aber die hier zitierten Schlagwörter aus Leserbriefen in Berliner Qualitätszeitungen beziehen sich auf die letzte Woche in der deutschen Hauptstadt. Was war passiert?
Einige Wahlplakate in Berlin zeigen seit kurzem ein ehrlicheres Gesicht, als es den betreffenden Parteien wohl lieb ist.
Nachdem es bereits in zurückliegenden Wahlkämpfen viele interessante Adbustings von Parteiplakaten gab (Wahlplakate-Busting zur Bundestagswahl), gab es nun im Rahmen des Wahlkampfs zur Berliner Abgeordnetenhauswahl am 18. September erneut Adbusting-Aktionen, die äußerst sehenswert sind.
Wir freuen uns, euch einige Bilder präsentieren zu können, und vermuten, dass dies erst der Anfang weiterer „Korrekturen“ an Parteienpropaganda war.
Selbst die Bild-„Zeitung“, die seit Monaten mit rassistischer Hetze gegen die „faulen Griechen“ die Stimmung anheizt, kommt nicht mehr umhin festzustellen, dass „in Athen auf dem Syntagma-Platz immer mehr Menschen von einer Revolution sprechen.“ Während die Wohlhabenden ihr Geld auf ausländischen Bankkonten bunkern, haben viele der Demonstrantinnen und Demonstranten „nichts mehr zu verlieren, weil sie schon alles verloren haben.“ Dass sogar der Bild auffällt, dass ein Großteil der Griechen die Leidtragenden der von EU, IWF und Europäischen Zentralbank diktierten Sparprogramme sind, verdeutlicht den Ernst der Lage:
Die vorgesehenen Sparmaßnahmen, deren Verabschiedung die Voraussetzung für ein neuerliches milliardenschweres Hilfspaket darstellt, werden Griechenlands Krise, die vor allem eine Krise für die Mehrheit der Bevölkerung ist, weiter verschärfen.
78 Milliarden Euro gilt es zusätzlich in den kommenden Jahren einzusparen. Nach drastischen Lohn– und Rentenkürzungen und der Anhebung der Mehrwertsteuer im letzten Jahr sollen nun Steuern auf Kfz und Heizöl steigen, Staatsbedienstete und Freiberufler zur Kasse gebeten, Zuschüsse für Medikamente abgesenkt und vor allem Staatseigentum im Wert von 50 Milliarden Euro veräußert werden. Griechenland wird zur Plünderung freigegeben, was abermals eine Bild-Schlagzeile exemplarisch verdeutlicht: „Verkauft doch eure Inseln, ihr Pleite-Griechen.“ Neben einigen Ägais-Inseln geht es vor allem um den Verkauf von Eisenbahn, Häfen, Wasser– und Gaswerken, Post oder Flughäfen. Die Grundlagen künftiger Steuereinnahmen sollen von heute auf morgen verschleudert werden. Transnationale Konzerne von Siemens bis Hochtief reiben sich die Hände, während zu erwartende massive Preissteigerungen die Daseinsvorsorge für viele Menschen in Griechenland unbezahlbar machen werden. Athen ist zu einer der teuersten Städte Europas geworden. Ein Pfund Butter kostet bereits 5 Euro.
Die Beratungen im Athener Parlament über das Sparpaket haben begonnen und sollen bis Mittwoch andauern, derweil bereiten sich die Griechen auf die bislang umfassendsten Proteste vor. Ab Dienstag früh soll mit einem 48-stündigen Generalstreik und einer 48-stündigen Parlamentsblockade die Abstimmung des neuen „Hilfskredits“ im Parlament verhindert werden. Schon seit Wochen pilgern allabendlich Tausende Menschen auf den zentralen Syntagma-Platz, auf dem sie sich in einer Genrealversammlung die Sorgen vom Leib reden. Sie fordern endlich echte Demokratie und damit tatsächlich nicht weniger als – wie die Bild-„Zeitung“ es auch schon wahrgenommen hat – eine Revolution.
Mobiclip zur 48-Stunden-Blockade
Debtocracy
Griechischer Dokumentarfilm über die Gründe der Krise und die mögliche Lösung durch die Erklärung der Schulden zu odious debts, verabscheuungswürdige Schulden, die nicht zurückgezahlt werden müssen. Sehenswert!
Monitor-Beitrag über die Gewinner der Griechenland-Krise: Großbanken und Versicherungen
Ein Gespenst geht um das Mittelmeer, das Gespenst demokratischer Bewegungen. Galten Revolutionen auf dem europäischen Kontinent spätestens seit 1989/90 lediglich als Befreiungsschläge vergangener Jahrzehnte, so zeigt sich nunmehr, dass die Zeiten progressiver Aufstände längst noch nicht vorbei sind. In Spanien hauchen jetzt die Menschen dem Satz: “Wir zahlen nicht für eure Krise” neues Leben ein. Ein kurzer Blick auf die #spanishrevolution.
US-Soldaten haben den islamistischen Terroristen Osama bin Laden liquidiert und damit die politisch verordnete “Kill Mission“ zu einem – dieser Logik folgend – erfolgreichen Ende geführt. Doch abseits dieser Wahrnehmung, endlich den Hauptverantwortlichen für die Terroranschläge vom 11. September 2001 der gerechten Strafe zugeführt zu haben, offenbart sich vor allem eines: die moralische Niederlage des Westens, gepaart mit einer fatalen Fehleinschätzung, wie islamistischem Fundamentalismus und einem Hass auf das westliche Lebensmodell beizukommen ist.
Die gute alte CSU ist zurück. Während sich Teile der Partei nach dem Abgang ihres Shootingstars Guttenberg auf Selbstfindungskurs befinden und ihre Prinzipientreue durch die japanische Atomkatastrophe arg ins Wanken geraten ist, verkörpert der neue Innenminister Hans-Peter Friedrich jene Werte, die der Partei seit jeher die Hoheit an den bayerischen Stammtischen beschert haben: Dominanz des Katholizismus, Law and Order, Ressentiments gegenüber Fremden. Nach nur wenigen Wochen im Amt hat Friedrich sich sein Image zurechtgelegt und das vor allem durch Benennung all jener, deren Innenminister er nicht sein will: Muslime, Wirtschaftsflüchtlinge, Datenschützer.
Nachdem die theoretische Grundlage für Smartmobs im letzten Artikel gelegt worden ist, geht es nun an die praktische Umsetzung. Am Samstag, den 9. April heißt es in Berlin „Fall um gegen Atomkraft – Steh auf für die Energiewende“. Pünktlich um 14 Uhr gilt es für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer, entweder vor der CDU-Parteizentrale (Ecke Corneliustr./Klingelhöferstr.) oder rund um die Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche (Breitscheidplatz), plötzlich umzufallen und eine Minute liegen zu bleiben. Der gesellschaftliche Druck auf die politischen Entscheidungsträger, schnellstmöglich aus der Atomkraft auszusteigen, soll somit weiter aufrecht erhalten werden. Ein Beispiel wie so ein Smartmob aussehen und welche Reaktionen er hervorrufen kann, seht ihr im folgenden Video aus der Schweiz. Und nicht vergessen: Für den synchronen Effekt lohnt es sich, seine Uhr vorher, passenderweise, nach der Atomuhr zu stellen. Weitere Infos auf Anti Atom Berlin.
Das Wendland lädt wieder einmal zu den Castor-Protesten ein. Der Aufruf ist ebenso poetisch wie die Landschaft dort. Wer wird sich da noch lange bitten lassen?! Weitere Infos unter: www.gorleben-castor.de
Passiv Viewing ›
Schwarz auf Weiß
Zugegeben: Nicht ganz neu, aber die Ideen sind super! »Die Zukunft von #Occupy.« Wie kann die Bewegung weiter arbeiten und international zusammenwachsen? Ein »Tactical Briefing« der Adbusters.