Warum Gün­ther?

Was ist nicht alles ge­schrieben worden dieser Tage zum be­vor­ste­henden Start der Politik-Talkshow mit Gün­ther Jauch in der ARD. Ja was ei­gent­lich? Ir­gendwie immer das­selbe. Etwas zum Ort der Sen­dung, dem an­schei­nend be­ein­dru­ckenden Schö­ne­berger Ga­so­meter, zu Jauchs Am­bi­tionen („Evo­lu­tion statt Re­vo­lu­tion“) und wenn es kri­tisch werden sollte, zum Übe­r­an­gebot ver­gleich­barer Sen­dungen und der not­wen­digen Ko­or­di­na­tion der ewig glei­chen Gäste.

Vom Qui­zonkel zum po­li­ti­schen Jounalisten?

Doch nie­mand stellt die einzig re­le­vante Frage: Was qua­li­fi­ziert Gün­ther Jauch, den, auf­grund seiner Sen­de­zeit, wich­tigsten Politik-Talk des deut­schen Fern­se­hens zu mo­de­rieren? Dem nach Um­fra­ge­er­geb­nissen glaub­wür­digsten Wer­be­träger und Wunsch-Kanzler vieler Deut­scher traut man diese Auf­gabe an­schei­nend un­hin­ter­fragt zu. Doch wieso sollte der Dampf­plau­derer des Niveau-Limbo-Senders RTL ge­eignet für diesen Posten sein? Jauch ist be­kannt als Mo­de­rator von Quiz– und Sport­sen­dungen, ab­surden Werbe/Gewinnshows und lange Zeit vom Bou­le­vard­ma­gazin Stern TV. Nichts davon er­füllt die An­sprüche eines se­riösen po­li­ti­schen Jour­na­lismus auch nur in An­sätzen. Doch ein lo­ckerer Plausch im Stile eines Stern TV-Infotainment ist das letzte was der Politik-Journalismus hier­zu­lande noch ge­brau­chen könnte. Wei­ter­lesen

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Lö­sung Der Woche

Ein Bündnis aus Men­schen­rechts­or­ga­ni­sa­tionen und an­deren NGOs hat die Kam­pagne »Can you solve this?« (deutsch: »Kannst Du das lösen?«) ins Leben ge­rufen. Wie sich er­kennen lässt, wird durch die Fra­ge­stel­lung auf das Thema Bil­dung an­ge­spielt — und genau um dieses uni­ver­selle Men­schen­recht geht es auch bei dieser Aktion.

»Die ira­ni­sche Re­gie­rung setzt den Aus­schluss von Bil­dung sys­te­ma­tisch als Mittel ihrer Un­ter­drü­ckungs­po­litik ein. Stu­den­ti­sche Ak­ti­visten, Frau­en­recht­le­rInnen, Men­schen­rechts­ver­tei­di­ge­rInnen, Blogger und An­ge­hö­rige eth­ni­scher und re­li­giöser Min­der­heiten wie die der Bahá’í werden für ihr zi­vil­ge­sell­schaft­li­ches En­ga­ge­ment mit dem Raus­wurf aus Uni­ver­si­täten oder ihrer Nicht­zu­las­sung be­straft. So stehen der­zeit die An­ge­hö­rigen der Bahá’í-Religion, die sich für das Bahá’í In­sti­tute for Higher Edu­ca­tion en­ga­gieren, einem Bil­dungs­netz­werk der ira­ni­schen Bahá’í-Gemeinde, unter starkem Verfolgungsdruck.«

Wir rufen euch hiermit dazu auf, euch diese zwei Klicks Zeit zu nehmen, um un­sere po­li­ti­schen Ver­tre­te­rInnen auch in eurem Namen dazu auf­zu­for­dern, sich gegen diese re­pres­siven Maß­nahmen ein­zu­setzen, weil sich die be­trof­fenen Ju­gend­li­chen im Iran nicht al­lein da­gegen wehren können.

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Ad­bus­ting im Berlin-Wahlkampf | Teil 2

Adbusting | Wowereit und Kind mit Boxhandschuh (breit)Das hatten wir uns schon ge­dacht! Unser Be­richt über künst­le­ri­sche Ein­griffe in die Bot­schaften po­li­ti­scher Wahl­kampf­pla­kate fand große Auf­merk­sam­keit und so er­reichten uns nun neue Fotos, die von wei­teren Ad­bus­ting–Ak­tionen im Rahmen der Ber­liner Ab­ge­ord­ne­ten­haus­wahl zeugen. Einem Zei­tungs­ar­tikel in der jungen Welt lässt sich zudem ent­nehmen, dass die Welle von Ad­bus­tings in Berlin zur Zeit voll in Fahrt ge­kommen ist. Es gibt eine Menge in­ter­es­santer Ver­än­de­rungen an der Par­tei­en­pro­pa­ganda zu ent­de­cken. In An­be­tracht der sinn­freien, aber ge­sichts­träch­tigen Groß­pla­kate (SPD), des groß­spu­rigen, aber sub­stanz­losen Ak­tio­nismus (Grüne), der ah­nungs­losen und dumm­dreisten Rhe­torik (CDU), des hil­fe­schrei­enden Gal­gen­hu­mors beim Hin­auf­schauen zur 5-Prozent-Hürde (FDP) sowie des un­schulds­heu­chelnden Rea­li­täts­ver­lusts (Die Linke) ist jede dieser Ak­tionen ein dank­barer Bei­trag zur po­li­ti­schen Aus­ein­an­der­set­zung. Seht selbst.

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Zum Nach­hören: Bleib-passiv bei Flux.FM

Bleib-passiv bei Flux.FMFür alle, die es ver­passt haben: hier ist nun end­lich der Mit­schnitt un­seres In­ter­views in der »Morningshow am Nach­mittag« bei Flux.FM. Vielen Dank nochmal an Winson, den Mo­de­rator, und an Anna für die Einladung!

Flux.FM In­ter­view – Teil 1

Flux.FM In­ter­view – Teil 2

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Mahl­zeit! Der Woche

Auf­grund der großen Be­liebt­heit un­serer re­gel­mä­ßigen Fund­stücke »Der Woche« in der Sei­ten­spalte, werden wir diese von nun an wö­chent­lich auch pro­mi­nenter plat­zieren, indem wir sie jeden Montag hier auf der Start­seite vor­stellen. So könnt ihr sie auch immer gleich in groß betrachten.

Den An­fang macht daher auch gleich ein drin­gendes An­liegen, dass die Auf­merk­sam­keit mehr als ver­dient hat. Oxfam, eine Nicht­re­gie­rungs­or­ga­ni­sa­tion (NGO), die unter an­derem in So­malia Not­hilfe und Ka­ta­stro­phen­vor­sorge leistet, hat eine welt­weite Kam­pagne ins Leben ge­rufen, die für eine Be­en­di­gung der ka­pi­ta­lis­ti­schen Pro­fite auf Kosten von ver­hun­gernden Men­schen durch Roh­stoff– und Nah­rungs­mit­tel­spe­ku­la­tionen ein­tritt. Unter dem Motto »MAHL­ZEIT! Ein Planet. 9 Mil­li­arden. Alle satt.« wird ein drin­gender Aufruf an die Re­gie­rungs­ver­tre­te­rinnen und –ver­treter des nächsten G20-Treffens ge­sandt. Darin wird unter an­derem die Rolle von Bör­sen­spe­ku­la­tionen mit den Exis­tenz­grund­lagen von Mil­lionen von Men­schen auf­merksam ge­macht. Im Rahmen dieser Kam­pagne stellt Oxfam eine in­ter­ak­tive Welt­karte der Nah­rungs­mit­tel­preise zur Ver­fü­gung, die in­ter­es­sante Ein­blicke bietet. Es lassen sich an ihr so­wohl Ur­sa­chen als auch die Ge­biete mit dem drin­gendsten Hand­lungs­be­darf erkennen.

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Wir von Bleib-passiv.de un­ter­stützen diese Be­mü­hungen und rufe Euch hiermit dazu auf, mit Eurer Un­ter­schrift eben­falls einen Bei­trag dazu zu leisten, dass diese For­de­rungen Gehör finden.

Und wer noch mehr dar­über wissen will, wie genau durch Fi­nanz­ge­schäfte an den Börsen der Hun­gertod vieler Men­schen ver­an­lasst und dabei Geld ver­dient wird, der schaue dieses Video, dass von der NGO »WEED« pro­du­ziert wurde.

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Ad­lige Phrasen

Die er­nüch­ternde Be­trach­tung in­halts­leerer Wahl­kämpfe und flos­kel­be­stückter Po­li­ti­ker­reden dieser Tage lässt das nost­al­gi­sche Ge­fühl ent­stehen: Früher war alles besser. Stun­den­lange Re­de­du­elle im Fern­sehen, be­deu­tungs­volle Ar­gu­mente, Bun­des­tags­de­batten zum Mit­fie­bern. Ja, ver­mut­lich gab es das alles, doch war es ebenso eine Aus­nahme. Den po­li­ti­schen Alltag auch schon ver­gan­gener Tage vor­ge­führt hat Victor von Bülow, alias Lo­riot, in einer Bun­des­tags­rede, die Maß­stäbe setzt. In Ge­denken an einen großen Künstler und sub­tilen Ge­sell­schafts­kri­tiker gilt fest­zu­halten: Früher war nicht alles besser, doch Humor mit Lo­riot war es.

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W wie Wahlquark

W wie WahlquarkWenn Wahlen etwas ändern würden, dann wären sie verboten.

Richtig ist: Wahlen sind ein not­wen­diger Be­stand­teil der re­prä­sen­ta­tiven De­mo­kratie; sie – und nur sie – statten die Po­li­ti­ke­rinnen und Po­li­tiker mit der Le­gi­ti­ma­tion aus, die sie zum Re­gieren be­nö­tigen. Will man den selbst­er­nannten Re­prä­sen­tan­tInnen diesen Ge­fallen nicht tun, aber sich auch nicht nur passiv der ei­genen Stimme ent­halten, gibt es eine Viel­zahl von Mög­lich­keiten, seine Kritik an Herr­schafts­ver­hält­nissen, Wahl-Verfahren oder den Par­teien und Po­li­ti­ke­rInnen mit ihren sinn­ent­leerten Phrasen aktiv auszudrücken.

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F wie Flashmob

FlashmobFlashmob ist der Über­be­griff für eine noch recht junge Ak­ti­ons­form scheinbar spon­taner Blitz­per­for­mances. Da wir uns vor allem mit den po­li­tisch mo­ti­vierten Flashmobs be­schäf­tigen, ver­weisen wir hier le­dig­lich auf den ent­spre­chenden Ein­trag in un­serem Ak­ti­ons­le­xikon: »S wie Smart­mobs«.

Noch eine Hil­fe­stel­lung zur Or­ga­ni­sa­tion von Flashmobs ist diese Platt­form, auf der man Mit­strei­te­rInnen für eine Idee ge­winnen kann: flash-mob.de

Flashmob siehe Smartmob

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