O wie Öffent­liche Briefe

Of­fener Brief und Le­ser­brief

Of­fener Brief

Adressat:

Eine eher ein­fache Art, nicht passiv zu bleiben, ist das Ver­schi­cken eines of­fenen Briefes. Dieser richtet sich meist an Per­sonen, die in der Öffent­lich­keit be­kannt sind, an Or­ga­ni­sa­tionen oder an Un­ter­nehmen. Der of­fene Brief wird ver­fasst wie ein nor­maler Brief – mit dem Un­ter­schied, dass er nicht nur di­rekt an den Adres­saten ge­schickt wird, son­dern auch an die Presse; meist wird so ein Brief zu­sätz­lich on­line veröffentlicht.

In­halt:

In einem sol­chen Schreiben kann man seine Mei­nung bzw. oft auch seine For­de­rungen for­mu­lieren und viele Per­sonen daran teil haben lassen. Da­durch werden mehr Men­schen auf das Pro­blem bzw. die For­de­rungen auf­merksam, sie ge­langen zu einer ge­wissen Öffent­lich­keit. Diese setzt den Adres­saten mehr als ein nicht-offener Brief unter Druck zu reagieren.

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Stadt­po­litik von unten

Ein Thema hat es in den letzten Jahren aus der wis­sen­schaft­li­chen Fach­welt in die öffent­liche De­batte ge­schafft und be­schäf­tigt po­li­tisch Ak­tive wie Be­trof­fene glei­cher­maßen. Die Rede ist von »Gentrifizierung«.

Hinter diesem wis­sen­schaft­li­chen Be­griff, ver­birgt sich eine Auf­wer­tungs­ten­denz be­stimmter Stadt­quar­tiere, die mit der Ver­drän­gung der alt­ein­ge­ses­senen Be­wohner ein­her­geht. Vor allem in­ner­städ­ti­sche Ge­biete mit schlechter Wohn­sub­stanz und einem hohen An­teil von Men­schen mit ge­ringem Ein­kommen sind be­troffen. Zu­erst werden sie in­ter­es­sant für die Krea­tiven und Stu­die­renden, die von den nied­rigen Mieten an­ge­lockt werden. Später, nachdem die Quar­tiere durch Sa­nie­rungen auf­ge­wertet wurden, folgen ihnen die Bes­ser­ver­die­nenden und jungen Mittelstands-Familien. Dieser Pro­zess gilt in Berlin im Prenz­lauer Berg und Fried­richs­hain als na­hezu ab­ge­schlossen und er­fasst seit län­gerem Kreuz­berg und nun auch Neukölln.

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Neues aus der An­stalt (FDP)

Martin Lindner und Henner Schmidt (FDP)

Die Ber­liner FDP fällt nicht allzu häufig mit in­no­va­tiven Ideen auf. Doch in einem Be­reich macht ihnen kaum je­mand etwas vor: Die Li­be­ralen sind spitze in der Dis­zi­plin »Arbeitslosen-Erniedrigung«. Nach dem fa­mosen Vor­schlag des FDP-Chefs von Berlin Mitte, Henner Schmidt, Ar­beits­lose sollten doch auf Ratten-Jagd gehen und mit einem (!) statt­li­chen Euro pro er­legtem Tier be­lohnt werden (siehe Mor­gen­post), folgt nun der Spit­zen­kan­didat für die Bun­des­tags­wahl, Lindner: Er schlägt vor, den Hartz-4-Regelsatz um 30 Pro­zent ab­zu­senken und die Ar­beits­losen im Ge­genzug zu ge­mein­nüt­ziger Ar­beit heranzuziehen.

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Ge­sund­heits­re­form bis zum Umfallen

Einen neuen Fall von „Armut per Ge­setz“ be­schreibt Alex­ander Neu­ba­cher im Ma­gazin Der Spiegel vom 29.06.2009. Im Zuge der Ge­sund­heits­re­form ist deren Ma­chern aus den Reihen der großen Ko­ali­tion an­schei­nend ein „kleiner Schnitzer“ unterlaufen.

Pri­vat­ver­si­cherte, die in wirt­schaft­liche Schief­lagen ge­raten, haben seit In­kraft­treten der Re­form am 01.01.2009 da­durch unter Um­ständen ein exis­ten­zi­elles Pro­blem: Sie können in den we­nigsten Fällen in die ge­setz­liche Kran­ken­ver­si­che­rung wech­seln – selbst wenn sie Hartz IV-Leistungen beziehen.

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A wie Adbusting

Der 1. Ar­tikel un­serer Reihe, die Euch in re­gel­mä­ßigen Ab­ständen Ak­ti­ons­formen vor­stellen wird, be­fasst sich mit der künst­le­ri­schen Pro­test­form »Adbusting«.

 

Be­griff:

Der Be­griff Ad­bus­ting setzt sich zu­sammen aus dem eng­li­schen Wort „ad­ver­ti­se­ment“ (Wer­bung, Re­klame) und dem Wort „bus­ting“ (ka­putt ma­chen, hoch­gehen lassen usw.; als Ad­jektiv auch: pleite).

Wei­tere Be­griffe sind etwa »Sub­ver­ti­sing« (Kalle Lasn, Ad­bus­ters Media Foun­da­tion) oder »Bran­da­lism« (Banksy). Die Be­griffe »Vi­sual At­tacks«, »Vi­sual Kid­nap­ping« und »Li­qui­dated Logos« sind eher spe­zi­elle Tech­niken und Stra­te­gien des fran­zö­si­schen Künst­lers »Zeus«. Mehr zu diesen Künst­lern in un­seren Links.

Ent­ste­hung:

Ad­bus­ting gibt es in An­fängen schon seit es Wer­bung gibt. Frühe Formen des Ad­bus­tings lassen sich in vielen Län­dern und Kunst­sparten finden. In der Bun­des­re­pu­blik etwa könnten bei­spiels­weise die Werke von Klaus Staeck als Vor­formen des Ad­bus­tings be­trachtet werden.

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Demo von FDP– und CDU-Studis gekapert

Für den 2. Tag des Bil­dungs­streiks (siehe Bil­dungs­strei­kar­tikel), der in der Woche vom 15.-19. Juni bun­des­weit für bes­sere Bil­dungs­be­din­gungen ein­trat (siehe For­de­rungen), mel­deten die Li­be­rale (FDP-nahe) Hoch­schul­gruppe und der RCDS (CDU) der Humboldt-Universität eine „Streikbruch“-Demonstration unter dem Motto  „Bildungs-Chancen statt Kampf und Streik“ an (siehe LHG-Homepage).

Zu den 15 jungen Kon­ser­va­tiven ge­sellten sich an diesem Nach­mittag auf dem Be­bel­platz rund 100 Bildungsstreik-Aktive, um in einer sa­ti­ri­schen Ak­tion deren An­liegen über­spitzt und deut­lich auf den Punkt zu bringen. Hinter dem Front-Transparent „Bil­dungs­streik ist Bil­dungs­neid“ fanden sich Dut­zende wei­terer Schilder mit Auf­schriften wie „So­ziale Aus­gren­zung ef­fi­zi­enter ge­stalten“, „BAföG ist Wett­be­werbs­ver­zer­rung“, „Stu­di­en­ge­bühren für alle“ oder „Klasse statt Masse“.

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Über die Wir­kung der Bildungsstreik-Proteste

Eine Woche streikten bun­des­weit Schü­le­rInnen und Stu­die­rende, Azubis und Leh­rende. Sie for­derten u.a. eine bes­sere Fi­nan­zie­rung des Bil­dungs­sys­tems, klei­nere Klassen, Bil­dungs­ge­büh­ren­frei­heit von der Kita bis zur Uni, aber auch ein Mehr an de­mo­kra­ti­scher Mit­be­stim­mung und Zu­rück­drängen wirt­schaft­li­cher In­ter­essen. Hö­he­punkt der Pro­teste waren De­mons­tra­tionen am Mitt­woch in mehr als 100 Städten mit über 270 000 Teil­neh­mern. Doch auch an den an­deren Tagen kam es zu Ak­tionen. Montag und Dienstag sorgten Be­set­zungen von In­sti­tuten und wie an der Freien Uni­ver­sität des Prä­si­diums für Auf­sehen, am Don­nerstag ein Bank­über­fall. Hierbei sollte sich – na­tür­lich sym­bo­lisch – das Geld zu­rück­ge­holt werden, das den Banken in Kri­sen­zeiten pro­blemlos ge­währt wird, dem Bil­dungs­system aber fehlt.

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Pan­kows Kunst­szene in Bedrängnis

Ganze 100 Mil­lionen hat Kul­tur­staats­mi­nister Bernd Neu­mann für die Kultur ge­si­chert – so feiert sich der wahr­schein­lich un­be­kann­teste Mi­nister. Un­be­kannt – weil Kultur in diesem Land nicht im In­ter­esse der Re­gie­renden ist. Das zeigt sich wieder einmal an fol­gendem Bei­spiel.
Aus dem zweiten Kon­junk­tur­paket von ins­ge­samt 50 Mil­li­arden Euro sind 500 Mil­lionen für die Sa­nie­rung von Bun­des­bauten vor­ge­sehen – davon hat Neu­mann ein Fünftel für die Sa­nie­rung von kul­tu­rellen Ein­rich­tungen si­chern können. Das klingt gut, ist es aber nicht. Es han­delt sich bei diesen Ein­rich­tungen um Häuser, die dem Bund früher ge­hörten, dann aber ver­kauft wurden. Nach ein paar Jahren hat der Bund den Kau­f­erlös schon wieder als Miete zu­rück­ge­zahlt. Aber: Mit dem Ver­kauf stimmte dann erstmal kurz­fristig die Bi­lanz. Und das ist es, worauf es dem Staat an­kommt. Die Ver­schwen­dung von Steu­er­gel­dern ist ein Vor­wurf, der so wahr ist wie er alt ist.

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