Be­setzt ist das neue Offen

Kapitalismus? Jein Danke!

Ka­pi­ta­lismus? Jein Danke!

Mit den von Nord­afrika in­spi­rierten Pro­test­be­we­gungen in Spa­nien, Chile, Grie­chen­land, Is­rael und den USA und ihrer wech­sel­sei­tigen Be­zug­nahme auf­ein­ander haben so­ziale Kämpfe wieder neuen Auf­trieb und vor allem den not­wen­digen in­ter­na­tio­nalen Cha­rakter er­halten. Sie ope­rieren dabei jen­seits der ge­wohnten Rhe­torik und haben keine von vorn­herein fest­ge­legten Ziele. Wer darin je­doch nur die Ge­fahr der Be­lie­big­keit und man­gelnden Durch­set­zungs­ver­mö­gens sieht, über­sieht die darin lie­gende Stärke.

 

Noch vor fünf Jahren wäre uns dieser Satz nicht ernst­haft über die Lippen ge­kommen. Aber in solch einem Fall re­vi­dieren wir un­sere Mei­nung nur zu gern. Ja, wir leben in auf­re­genden Zeiten!

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Welt­re­vo­lu­tion Der Woche

Liebe Le­se­rinnen und Leser,

an diesem Samstag, den 15. Ok­tober, ist es so­weit! Sagt eure Kaffee– und Ku­chen­ver­ab­re­dungen ab, schnappt euch eure El­tern, Freun­dInnen und Bekannte:

Am Samstag ist Weltrevolution!

Ja. Wer hätte das ge­dacht?! Ok, zu­ge­geben. Uns passt das ge­rade auch nicht so op­timal in dem Kram, denn wir wollten uns das Su­per­son­der­an­gebot beim Dis­counter um die Ecke ei­gent­lich um keinen Preis ent­gehen lassen.

Aber wir wollen das hier auch noch miterleben:

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Kul­tur­ver­lust

Ein Treff­punkt für ein ganzes Viertel, in dem sich so­ziale, künst­le­ri­sche, sport­liche Be­dürf­nisse ent­falten können, offen für die bunte Viel­falt von Le­bens­formen und In­ter­essen, das war das Stadt­teil­zen­trum Ku­kutza III im spanisch/baskischen Bilbao. Nach­fol­gendes Video zeigt auf wun­der­schöne und be­ein­dru­ckende Weise, welche Be­deu­tung die ehe­ma­lige Fa­brik für viele Men­schen und vor allem ihr Zu­sam­men­leben hatte. Leider wurden die fröh­li­chen Bilder in­zwi­schen von der Rea­lität über­rollt. Die In­ter­essen der Stadt­teil­be­wohner hatten keine Chance gegen den recht­li­chen Ei­gen­tümer des Hauses, eine Bau­firma, die an dieser Stelle Woh­nungen bauen will. Gegen großen Pro­test wurde das Haus von Hun­derten Po­li­zisten ge­räumt, die Men­schen des Vier­tels ihres so­zialen Mit­tel­punktes be­raubt. Ku­kutza ist damit zu einem wei­teren, trau­rigen Symbol ge­worden, wie sich markt­wirt­schaft­liche In­ter­essen, ge­deckt durch for­male Le­ga­lität, über die Be­dürf­nisse von Men­schen hin­weg­setzen. Was bleibt ist die Hoff­nung, dass diese Bilder als Er­mu­ti­gung wirken, sich solche Orte wieder zu schaffen. Kol­lektiv und überall.

Ein wirk­lich wun­der­schönes Video:

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Hei­lige Scheiße Der Woche

Ein biss­chen gött­li­chen Bei­stand könnte die schwarz-gelbe Re­gie­rungs­ko­ali­tion ja al­lemal ge­brau­chen, doch ob ihr der rückständig-fundamentalistische Hard­liner, der als Staats­ober­haupt des Va­ti­kans am Don­nerstag im Bun­destag spre­chen wird, dabei helfen kann, muss be­zwei­felt werden. Denn mit be­son­deren Fä­hig­keiten ist Papst Ratz­inger noch nicht auf­ge­fallen, eher schon mit re­vi­sio­nis­ti­schen, an­ti­se­mi­ti­schen und men­schen­feind­li­chen Aus­sagen. Gegen den Be­such des Papstes, der selbst in Va­ti­kan­kreisen als ul­tra­kon­ser­vativ gilt und dessen her­aus­ra­gende Leis­tungen im Fest­halten am Kon­dom­verbot und der Be­gna­di­gung der Holocaust-Leugner der Pius-Bruderschaft be­stehen, richten sich meh­rere Bünd­nisse und eine ge­mein­same Groß­de­mons­tra­tion am Don­nerstag, dem 22. Sep­tember, 16 Uhr am Pots­damer Platz in Berlin. Zu dieser rufen wir hiermit auf. Alle wei­teren Infos finden sich auf den Seiten der Bünd­nisse: Der Papst kommt, Not Wel­come und What the Fuck!

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Rie­sen­stim­mung bei FDP-Wahlparty

Die FDP ist raus — Po­litik in Berlin können künftig an­dere ma­chen. Auf der Wahl­party wird den­noch ge­feiert. Als kurz nach 18 Uhr der Balken auf phä­no­me­nale zwei Pro­zent schnellt, schallt lauter Jubel durch die Bun­des­par­tei­zen­trale, Kon­fetti fliegt, Tröten pusten die Be­geis­te­rung in den Raum. Ein Dut­zend Ak­ti­visten hat der Partei, die ar­ro­gant ge­gen­über jenen auf­tritt, die am Rand der Ge­sell­schaft stehen, ge­zeigt, wie sich man­gelndes Ein­füh­lungs­ver­mögen an­fühlt. Doch der Groß­teil der li­be­ralen Par­tei­kader rea­giert sou­verän, denn es kann ihnen egal sein: Ohne die läs­tigen Par­la­ments­de­batten können sie sich alle wieder ganz auf den per­sön­li­chen wirt­schaft­li­chen Er­folg konzentrieren.

Die B.Z. weiß zu be­richten: »Die Wahl­party der FDP ist pünkt­lich zur ersten of­fi­zi­ellen Zwei-Prozent-Hochrechnung ge­crasht worden. Mit „End­lich ist es aus!“-Sprechchören, Party-Tröten und lautem Tätärätä bohrte eine kleine Gruppe, die sich mir da­nach als „Form von Kommunikations-Guerilla“ vor­stellte und er­klärte, „wir sind gegen den ganzen neo­li­be­ralen Scheiß!“, ihren scha­den­frohen Mit­tel­finger in die fri­sche gelb-blaue Wahlwunde.«

Für den Seite 3-Artikel der Ber­liner Zei­tung am Dienstag nach der Wahl ist die Ak­tion der Auf­hänger: »Hun­derte bunte Schnipsel be­de­cken das Par­kett des Thomas-Dehler-Hauses. Re­likte der kleinen Konfetti-Parade, die An­hänger einer selbst er­nannten »Kom­mu­ni­ka­ti­ons­gue­rilla« in der Par­tei­zen­trale der FDP hin­ter­lassen haben. »End­lich raus« hatten sie skan­diert und mit Tröten ge­lärmt, als die Pro­gnosen der Fern­seh­sender am Sonn­tag­abend das ganze De­bakel der FDP of­fen­barten, die ei­gent­lich jetzt NmzP heißen müsste — Nicht mal zwei Pro­zent.
Ein Spit­zen­li­be­raler scharrt mit dem Fuß über den Boden, als wolle er die Schnipsel weg­wi­schen und damit diese Nie­der­lage ver­gessen ma­chen, die schmerzt wie kein an­deres Er­gebnis in diesem Super-Qual-Jahr der FDP: 1,8 Pro­zent. Auf einer Ebene mit der Tier­schutz­partei und an­deren Exoten, die in Hoch­rech­nungen unter Sons­tige laufen. »Man will uns ka­putt ma­chen«, sagt der Frei­de­mo­krat. Wer? »Alle. Die Me­dien, die Kanz­lerin und vor allen Dingen Wolf­gang Schäuble.« Keinen Er­folg gönne An­gela Merkel dem klei­neren Ko­ali­ti­ons­partner. Und Wolf­gang Schäuble sei vom Hass zer­fressen, der könne die FDP gar nicht mehr er­tragen. Wieder scharrt der Fuß durch das Kon­fetti. »Es ist die gleiche Denke wie bei den U-Bahn-Schlägern«, ent­fährt es der li­be­ralen Spit­zen­kraft. »Weiter treten, selbst wenn man am Boden liegt.«

Ju­bel­bilder gibts auch beim ZDF

und beim MDR ab 1:35

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Ad­bus­ters in Aktion

Auch die taz hat sich der Ad­bus­tings im Ber­liner Wahl­kampf an­ge­nommen und dafür Ak­ti­visten bei ihrer nächt­li­chen Ak­tion be­gleitet. Den in­for­ma­tiven Ar­tikel il­lus­triert die Jour­na­listin Lena Kampf mit einem wirk­lich gut ge­machten Vi­deobei­trag. Wir sagen: Mehr davon!

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Ad­bus­ting im Berlin-Wahlkampf | Teil 3

Die Linke: bla

In­halte — nein Danke!

Nachdem un­sere ersten beiden Bil­der­stre­cken (hier rund hier) zur künst­le­ri­schen Ver­än­de­rung bzw. Hin­zu­fü­gung von In­halten auf Wahl­pla­katen ge­ra­dezu Be­geis­te­rungs­stürme aus­lösten, wollen wir diesen müden Ber­liner Wahl­kampf mit den neu­esten Ad­bus­tings be­schließen. Wer bisher das Ab­ar­beiten an den „In­halten“ von CDU oder der Linken ver­misste, wird jetzt fündig. Doch auch die ver­mut­lich nächsten Re­gie­rungs­par­teien SPD und Grüne blieben nicht ver­schont. Denn klar ist: Es geht bei dieser Ak­ti­ons­form um eine grund­sätz­liche Kritik an einer Sprechblasen-produzierenden Stell­ver­tre­ter­po­litik, für die alle eta­blierten Par­teien ver­ant­wort­lich sind. Keine von ihnen hatte den Mut, einen in­halt­li­chen Wahl­kampf zu führen, der über Per­so­na­li­sie­rung und Schlagwort-Reduzierung hin­aus­ging. Übe­rall nur „Berlin ver­stehen“, „Berlin ge­winnt“, „Ja“ oder „Gerade.Richtig“. Wer seine um­wor­benen Wäh­le­rinnen und Wähler derart zum Narren hält, sollte sich über deren politisch-künstlerische Ein­griffe nicht wun­dern. Wei­ter­lesen

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Zeichne mit! Der Woche

Die Vor­rats­da­ten­spei­che­rung ist tot, es lebe die Vor­rats­da­ten­spei­che­rung. So lautet das Motto von CDU/CSU. Nachdem die bis­he­rige Praxis der Spei­che­rung per­so­nen­ge­bun­dener Te­le­kom­mu­ni­ka­ti­ons­daten vom Ver­fas­sungs­ge­richt für nichtig er­klärt wurde, ar­beiten die Re­gie­rungs­par­teien an einer Neu­auf­lage. Für sechs Mo­nate soll ge­spei­chert werden, wer mit wem per Te­lefon, Handy oder E-Mail in Ver­bin­dung ge­standen oder das In­ternet ge­nutzt hat sowie die Stand­orte bei Handy-Telefonaten und SMS. Damit ein Ex­perte vom AK Vorrat im Bun­destag per­sön­lich für ein Verbot ver­dachts­loser Vor­rats­spei­che­rung von Ver­bin­dungs­daten ar­gu­men­tieren kann, werden bis Mitt­woch 50.000 Un­ter­schriften be­nö­tigt. Wir zeichnen mit.

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