A
- A wie Adbusting
Der 1. Artikel unserer Reihe, die Euch in regelmäßigen Abständen Aktionsformen vorstellen wird, befasst sich mit der künstlerischen Protestform »Adbusting«.
Begriff:
Der Begriff Adbusting setzt sich zusammen aus dem englischen Wort „advertisement“ (Werbung, Reklame) und dem Wort „busting“ (kaputt machen, hochgehen lassen usw.; als Adjektiv auch: pleite (…)
B
- B wie Banküberfall
Hiermit ist natürlich nicht ein wirklicher Überfall mit Strumpfhosen über dem Kopf und vorgehaltenen Pistolen gemeint. Der symbolische Banküberfall gehört zu den Aktionen, die sich anbieten, um die Aufmerksamkeit der Medien und der Öffentlichkeit zu erreichen. Mehrere Personen statten der Bank einen friedlichen Besuch ab, um einen überdimensionalen Scheck unterschreiben zu lassen, um Forderungen zu verlesen oder ähnliches (…) - B wie Blockade
Blockaden sind eine äußerst (ausdrucks-)starke Aktionsform und dafür geeignet, ein Ereignis zu verhindern oder ihm wenigstens symbolisch jegliche Legitimität abzusprechen. Sie finden unter Einsatz des eigenen Körpers statt.Formen
Blockaden können stattfinden als öffentlich angekündigte (…)
- B wie Bullshit-Bingo

Vermutlich ist jedem das schöne Senioren– oder Pauschalurlaub-Animations-Spiel »Bingo« bekannt. Jeder Teilnehmer hat einen Zettel, auf dem sich Zahlen in einem Quadrat befinden, meist von 1–100, in zufälliger Anordnung, jeweils 4 oder 5 in einer Reihe. Der Spielleiter zieht nun nacheinander Zahlen und sagt diese laut an. Die Teilnehmer kreuzen die Zahlen, die sich auf ihrem Bingo-Schein wiederfinden, ab. Wer zuerst eine Reihe vollständig angekreuzt hat, sei es senkrecht, waagerecht oder diagonal, gewinnt das Spiel und ruft (…)
C
- C wie Carrotmob
Boykott war gestern. Heute ziehen wir die Karotten selbst! Wenn es immer heißt, der Kunde könne mit seinem Geld abstimmen, dann machen wir uns unseren Wahltag selbst. So dachte es sich ein frustrierter Umweltschützer in den USA und organisierte den ersten Carrotmob. In Berlin hat im Juni der erste Carrotmob Deutschlands stattgefunden, Bielefeld und München folgten. Der nächste Berliner Carrotmob wird in einem Imbiss am 24.10. im Rahmen des CO2-Aktionstages (siehe auch unser Passiv Viewing) stattfinden. (…)
D
- D wie Demobusting
Demonstrationsfreiheit ist ein hohes und schützenswertes Gut. Gelten soll sie auch für so sonderbare politische Vereinigungen wie FDP und CDU. Deren Anhänger, im Schnitt wenig demonstrationserfahren, trauen sich nur alle Jubeljahre auf die Straße und verbleiben dann meist im kleinen, radikalen Kreis. Damit unterscheiden sie sich kaum von anderen politischen (oder auch religiösen) Sekten, die ebenfalls dann und wann ihre abstrusen Ideen in die Öffentlichkeit tragen. Solcherlei Kundgebungen eignen sich für eine Aktion, die wir in Anlehnung ans Adbusting (…) - D wie Demonstration
Böse Zungen behaupten Demonstrationen seien ein Relikt aus dem vergangenen Jahrhundert und auch unser Aktionslexikon verfolgt durchaus das Ziel, darauf aufmerksam zu machen, dass es weitaus mehr Möglichkeiten für politische Aktionen gibt als die klassische Demo. Aber ganz verzichten kann man auf sie auch im Zeitalter von Online-Petitionen, Kommunikationsguerilla und digitalen Revolutionen nicht. Demonstrationen sind seit jeher das Mittel, um eine bestimmte Meinung massenhaft zum Ausdruck zu bringen. Nicht selten sind sie (…) F
- F wie Flashmob
Flashmob ist der Überbegriff für eine noch recht junge Aktionsform scheinbar spontaner Blitzperformances. Da wir uns vor allem mit den politisch motivierten Flashmobs beschäftigen, verweisen wir hier lediglich auf den entsprechenden Eintrag in unserem Aktionslexikon: »S wie Smartmobs«.
Noch eine Hilfestellung zur Organisation von Flashmobs ist diese Plattform, auf der man MitstreiterInnen für eine Idee gewinnen kann: flash-mob.de G
- G wie Guerrilla Gardening
„Guerrilla Gardening“ ist so etwas wie die städtische Entwicklungshilfe für die Natur und eine optische Verschönerung des öffentlichen Raums heutiger Betonstädte, sozusagen durch subversives Anpflanzen. Guerrilla-GärtnerInnen schleichen des Nachts durch den urbanen Dschungel, bewaffnet mit Blumen, Kompost sowie Gießkannen und machen aus Brachflächen, Teerwüsten und Ruinengrundstücken wieder blühende Landschaften. (…) - G wie Guerrilla Lights
Mit wenig Aufwand, aber leuchtender Wirkung setzt das Guerilla Lighting jede Botschaft in Szene. Als bspw. Angela Merkel während ihrer „Energiereise“ letztes Jahr das Atomkraftwerk Lingen besuchte, warf Greenpeace eine strahlende Nachricht auf den Kühlturm (s. Foto unten). In ähnlicher Weise projizierte die IG-Metall einmal aufs Kanzleramt: „Gestern waren wir das Jobwunder. Jetzt werden wir arbeitslos.“ Gibt es etwas, dass ihr der Welt auch schon immer einmal sagen wolltet? Dann gibt es hier noch ein paar Tipps für euch. (…) M
- M wie Menschenkette
Menschen, die sich in eine Reihe stellen, tun das nicht immer um etwas zu bekommen und ihrer Konsumlust freien Lauf zu lassen.Nein, sie können es auch tun, um Protest zu artikulieren. In diesem Fall handelt es sich um eine Menschenkette. Bei dieser Aktionsform schließen sich meist sehr viele Menschen zusammen, um symbolisch einen Ort vom anderen zu trennen bzw. zwei Orte zu verbinden. Konfliktfrei, gefahrlos, solidarisch – Menschenketten sind als Spaß für die ganze Familie uneingeschränkt zu empfehlen. (…) O
- O wie Öffentliche Briefe
Eine eher einfache Art, nicht passiv zu bleiben, ist das Verschicken eines offenen Briefes. Dieser richtet sich meist an Personen, die in der Öffentlichkeit bekannt sind, an Organisationen oder an Unternehmen. Der offene Brief wird verfasst wie ein normaler Brief – mit dem Unterschied, dass er nicht nur direkt an den Adressaten geschickt wird, sondern auch an die Presse; meist wird so ein Brief zusätzlich online veröffentlicht. (…)
P
- P wie Petition
Angesichts der schwarz-gelben Sozialabbau-Koalition wird es in den nächsten 4 Jahren besonders wichtig, nicht passiv zu bleiben, sondern seine Meinung zu sagen – egal zu welchem Problem. Eine Aktionsform, die sich bei absolut jedem Thema anbietet, ist das Einreichen von Petitionen.Jedes Gesetz kann sich in der Praxis als mangelhaft erweisen. Deswegen ist es in einer Demokratie wichtig (…)
- P wie Plakatieren
„Ich habe etwas zu sagen, aber niemand hört zu.“? Dann schreib es auf und häng es aus – damit hat schon Luther für Aufsehen gesorgt. Öffentlich angebrachte Plakate haben, anders als Flyer, den Vorteil, dass sie von vielen Menschen gesehen werden. Es gibt einige Tricks für erfolgreiches Plakatieren: (…) - P wie Pressearbeit
Um einzelnen Aktionen einen größeren Wirkungsradius zu geben, ist es empfehlenswert, sie der Öffentlichkeit über die Presse bekannt zu machen. Dafür haben wir hier einige Anregungen und Hinweise zusammengestellt. Je nach Aktion bieten sich dafür verschiedene Schwerpunkte an; auch muss man sich entscheiden, wie viel Arbeitskraft man investieren kann (allen Tipps nachzugehen, wäre viel Arbeit sowie in welchem Stil und besonders über welche Medien man an die Öffentlichkeit treten möchte. (…) S
- S wie Smartmob
Man befindet sich mitten in der Stadt, z.B. auf dem Marktplatz, und plötzlich beginnen einige Menschen sich merkwürdig zu verhalten: Sie singen, machen Krach, stürmen alle auf einmal in einen Laden, fangen an zu tanzen oder Theater zu spielen. „Flashmobs“ nennen sich diese konzertierten, scheinbar spontanen Blitzaktionen, die sich hinterher ebenso plötzlich wieder auflösen wie sie begannen. Seit einigen Jahren haben sich Flashmobs weltweit verbreitet: Man trifft sich zur Kissenschlacht im Park oder zum Freeze auf dem Bahnhof (…) - S wie Soli-Einkauf
In einer humanistischen Gesellschaft sollte ein diskriminierungsfreier Umgang mit Flüchtlingen, also Menschen, die aus ihrer Heimat vor Krieg, Folter Hunger oder auch Arbeitslosigkeit und allgemeiner Perspektivlosigkeit fliehen, zur Normalität gehören. Leider ist dieser Grundsatz nahezu nirgends verwirklicht, auch nicht in der BRD. Menschen, die hier Asyl beantragen haben nicht nur eine minimale Chance auf Anerkennung des Asyls (Anerkennungsquote unter 1 Prozent), sondern werden auch gesellschaftlich isoliert. (…) W
- W wie Wahlquark
Wenn Wahlen etwas ändern würden, dann wären sie verboten.
Richtig ist: Wahlen sind ein notwendiger Bestandteil der repräsentativen Demokratie; sie – und nur sie – statten die Politikerinnen und Politiker mit der Legitimation aus, die sie zum Regieren benötigen. Will man den selbsternannten RepräsentantInnen diesen Gefallen nicht tun, aber sich auch nicht nur passiv der eigenen Stimme enthalten, gibt es eine Vielzahl von Möglichkeiten, seine Kritik an Herrschaftsverhältnissen, Wahl-Verfahren oder den Parteien und PolitikerInnen mit ihren (…) - W wie Wählen gehen
Zur Abwechslung mal eine Aktion, die sogar im Grundgesetz verankert ist. Passend zum derzeitigen Hauptthema in deutschen Medien möchten wir Passiven die vom deutschen Wahlberechtigten nur noch stiefmütterlich behandelte, aber einzige Aktionsform vorstellen, der sich die Bundesregierung auf jeden Fall beugen muss: Wählen gehen!Durch die regelmäßige Stimmabgabe können Bürgerinnen und Bürger ihr Parlament nach ihren Wünschen zusammensetzen. (…)
Der Woche ›
Einladung Der Woche
Das Wendland lädt wieder einmal zu den Castor-Protesten ein. Der Aufruf ist ebenso poetisch wie die Landschaft dort. Wer wird sich da noch lange bitten lassen?! Weitere Infos unter: www.gorleben-castor.de
Passiv Viewing ›
Schwarz auf Weiß

Zugegeben: Nicht ganz neu, aber die Ideen sind super! »Die Zukunft von #Occupy.« Wie kann die Bewegung weiter arbeiten und international zusammenwachsen? Ein »Tactical Briefing« der Adbusters.
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Hej,
schöne Auflistung.
Neu auf dem Markt ist aus dieses Buch hier:
»Beautiful Trouble is a book and web toolbox that puts the accumulated wisdom of decades of creative protest into the hands of the next generation of change-makers. »
http://beautifultrouble.org/
Das bietet bestimmt auch noch jede Menge Inspiration für das Aktionslexikon.
LG
Jacob(Zitieren)