Ak­ti­ons­le­xikon

Hier ent­steht nach und nach eine Art Le­xikon mit Ak­ti­ons­ideen für die ver­schie­densten An­lässe. Dieser Fundus an krea­tiven Im­pulsen soll als In­spi­ra­tion für neue sowie als Do­ku­men­ta­tion be­reits ent­wi­ckelter Ak­ti­ons­formen dienen.
Über eure Mit­wir­kung an diesem stetig wach­senden Ide­en­pool würden wir uns riesig freuen. Schickt uns doch ein­fach eure Ak­ti­ons­idee mit einer kurzen Er­läu­te­rung oder schreibt gleich euren ei­genen Le­xi­konein­trag und sendet ihn ein!
  • A

  • A wie Adbusting
    Der 1. Ar­tikel un­serer Reihe, die Euch in re­gel­mä­ßigen Ab­ständen Ak­ti­ons­formen vor­stellen wird, be­fasst sich mit der künst­le­ri­schen Pro­test­form »Adbusting«.

    Be­griff:

    Der Be­griff Ad­bus­ting setzt sich zu­sammen aus dem eng­li­schen Wort „ad­ver­ti­se­ment“ (Wer­bung, Re­klame) und dem Wort „bus­ting“ (ka­putt ma­chen, hoch­gehen lassen usw.; als Ad­jektiv auch: pleite (…)

  • B

  • B wie Bank­über­fallBanküberfallHiermit ist na­tür­lich nicht ein wirk­li­cher Über­fall mit Strumpf­hosen über dem Kopf und vor­ge­hal­tenen Pis­tolen ge­meint. Der sym­bo­li­sche Bank­über­fall ge­hört zu den Ak­tionen, die sich an­bieten, um die Auf­merk­sam­keit der Me­dien und der Öffent­lich­keit zu er­rei­chen. Meh­rere Per­sonen statten der Bank einen fried­li­chen Be­such ab, um einen über­di­men­sio­nalen Scheck un­ter­schreiben zu lassen, um For­de­rungen zu ver­lesen oder ähn­li­ches (…)
  • B wie Blockade

    Blo­ckaden sind eine äußerst (ausdrucks-)starke Ak­ti­ons­form und dafür ge­eignet, ein Er­eignis zu ver­hin­dern oder ihm we­nigs­tens sym­bo­lisch jeg­liche Le­gi­ti­mität ab­zu­spre­chen. Sie finden unter Ein­satz des ei­genen Kör­pers statt.

    Formen

    Blo­ckaden können statt­finden als öffent­lich an­ge­kün­digte (…)

  • B wie Bullshit-Bingo

    Ver­mut­lich ist jedem das schöne Se­nioren– oder Pauschalurlaub-Animations-Spiel »Bingo« be­kannt. Jeder Teil­nehmer hat einen Zettel, auf dem sich Zahlen in einem Qua­drat be­finden, meist von 1–100, in zu­fäl­liger An­ord­nung, je­weils 4 oder 5 in einer Reihe. Der Spiel­leiter zieht nun nach­ein­ander Zahlen und sagt diese laut an. Die Teil­nehmer kreuzen die Zahlen, die sich auf ihrem Bingo-Schein wie­der­finden, ab. Wer zu­erst eine Reihe voll­ständig an­ge­kreuzt hat, sei es senk­recht, waa­ge­recht oder dia­gonal, ge­winnt das Spiel und ruft (…)

  • C

  • C wie Car­rotmob

    Boy­kott war ges­tern. Heute ziehen wir die Ka­rotten selbst! Wenn es immer heißt, der Kunde könne mit seinem Geld ab­stimmen, dann ma­chen wir uns un­seren Wahltag selbst. So dachte es sich ein frus­trierter Um­welt­schützer in den USA und or­ga­ni­sierte den ersten Car­rotmob. In Berlin hat im Juni der erste Car­rotmob Deutsch­lands statt­ge­funden, Bie­le­feld und Mün­chen folgten. Der nächste Ber­liner Car­rotmob wird in einem Im­biss am 24.10. im Rahmen des CO2-Aktionstages (siehe auch unser Passiv Viewing) statt­finden. (…)

  • D

  • D wie Demobusting

    De­mons­tra­ti­ons­frei­heit ist ein hohes und schüt­zens­wertes Gut. Gelten soll sie auch für so son­der­bare po­li­ti­sche Ver­ei­ni­gungen wie FDP und CDU. Deren An­hänger, im Schnitt wenig de­mons­tra­ti­ons­er­fahren, trauen sich nur alle Ju­bel­jahre auf die Straße und ver­bleiben dann meist im kleinen, ra­di­kalen Kreis. Damit un­ter­scheiden sie sich kaum von an­deren po­li­ti­schen (oder auch re­li­giösen) Sekten, die eben­falls dann und wann ihre ab­strusen Ideen in die Öffent­lich­keit tragen. Sol­cherlei Kund­ge­bungen eignen sich für eine Ak­tion, die wir in An­leh­nung ans Ad­bus­ting (…)

  • D wie Demonstration

    D wie DemonstrationBöse Zungen be­haupten De­mons­tra­tionen seien ein Re­likt aus dem ver­gan­genen Jahr­hun­dert und auch unser Ak­ti­ons­le­xikon ver­folgt durchaus das Ziel, darauf auf­merksam zu ma­chen, dass es weitaus mehr Mög­lich­keiten für po­li­ti­sche Ak­tionen gibt als die klas­si­sche Demo. Aber ganz ver­zichten kann man auf sie auch im Zeit­alter von Online-Petitionen, Kom­mu­ni­ka­ti­ons­gue­rilla und di­gi­talen Re­vo­lu­tionen nicht. De­mons­tra­tionen sind seit jeher das Mittel, um eine be­stimmte Mei­nung mas­sen­haft zum Aus­druck zu bringen. Nicht selten sind sie (…)

  • F

  • F wie Flashmob

    Flashmob-IconFlashmob ist der Über­be­griff für eine noch recht junge Ak­ti­ons­form scheinbar spon­taner Blitz­per­for­mances. Da wir uns vor allem mit den po­li­tisch mo­ti­vierten Flashmobs be­schäf­tigen, ver­weisen wir hier le­dig­lich auf den ent­spre­chenden Ein­trag in un­serem Ak­ti­ons­le­xikon: »S wie Smart­mobs«.
    Noch eine Hil­fe­stel­lung zur Or­ga­ni­sa­tion von Flashmobs ist diese Platt­form, auf der man Mit­strei­te­rInnen für eine Idee ge­winnen kann: flash-mob.de

  • G

  • G wie Gu­er­rilla Gardening

    Gu­er­rilla Gar­de­ning“ ist so etwas wie die städ­ti­sche Ent­wick­lungs­hilfe für die Natur und eine op­ti­sche Ver­schö­ne­rung des öffent­li­chen Raums heu­tiger Be­ton­städte, so­zu­sagen durch sub­ver­sives An­pflanzen. Guerrilla-GärtnerInnen schlei­chen des Nachts durch den ur­banen Dschungel, be­waffnet mit Blumen, Kom­post sowie Gieß­kannen und ma­chen aus Brach­flä­chen, Teer­wüsten und Rui­n­en­grund­stü­cken wieder blü­hende Land­schaften. (…)

  • G wie Gu­er­rilla Lights

    Mit wenig Auf­wand, aber leuch­tender Wir­kung setzt das Gue­rilla Lighting jede Bot­schaft in Szene. Als bspw. An­gela Merkel wäh­rend ihrer „En­er­gie­reise“ letztes Jahr das Atom­kraft­werk Lingen be­suchte, warf Green­peace eine strah­lende Nach­richt auf den Kühl­turm (s. Foto unten). In ähn­li­cher Weise pro­ji­zierte die IG-Metall einmal aufs Kanz­leramt: „Ges­tern waren wir das Job­wunder. Jetzt werden wir ar­beitslos.“ Gibt es etwas, dass ihr der Welt auch schon immer einmal sagen wolltet? Dann gibt es hier noch ein paar Tipps für euch. (…)

  • M

  • M wie Menschenkette

    Men­schen, die sich in eine Reihe stellen, tun das nicht immer um etwas zu be­kommen und ihrer Kon­sum­lust freien Lauf zu lassen.Nein, sie können es auch tun, um Pro­test zu ar­ti­ku­lieren. In diesem Fall han­delt es sich um eine Men­schen­kette. Bei dieser Ak­ti­ons­form schließen sich meist sehr viele Men­schen zu­sammen, um sym­bo­lisch einen Ort vom an­deren zu trennen bzw. zwei Orte zu ver­binden. Kon­flikt­frei, ge­fahrlos, so­li­da­risch – Men­schen­ketten sind als Spaß für die ganze Fa­milie un­ein­ge­schränkt zu emp­fehlen. (…)

  • O

  • O wie Öffent­liche Briefe

    Adressat:

    Eine eher ein­fache Art, nicht passiv zu bleiben, ist das Ver­schi­cken eines of­fenen Briefes. Dieser richtet sich meist an Per­sonen, die in der Öffent­lich­keit be­kannt sind, an Or­ga­ni­sa­tionen oder an Un­ter­nehmen. Der of­fene Brief wird ver­fasst wie ein nor­maler Brief – mit dem Un­ter­schied, dass er nicht nur di­rekt an den Adres­saten ge­schickt wird, son­dern auch an die Presse; meist wird so ein Brief zu­sätz­lich on­line ver­öf­fent­licht. (…)

  • P

  • P wie Petition

    An­ge­sichts der schwarz-gelben Sozialabbau-Koalition wird es in den nächsten 4 Jahren be­son­ders wichtig, nicht passiv zu bleiben, son­dern seine Mei­nung zu sagen – egal zu wel­chem Pro­blem. Eine Ak­ti­ons­form, die sich bei ab­solut jedem Thema an­bietet, ist das Ein­rei­chen von Petitionen.

    Jedes Ge­setz kann sich in der Praxis als man­gel­haft er­weisen. Des­wegen ist es in einer De­mo­kratie wichtig (…)

  • P wie Plakatieren

    Ich habe etwas zu sagen, aber nie­mand hört zu.“? Dann schreib es auf und häng es aus – damit hat schon Lu­ther für Auf­sehen ge­sorgt. Öffent­lich an­ge­brachte Pla­kate haben, an­ders als Flyer, den Vor­teil, dass sie von vielen Men­schen ge­sehen werden. Es gibt ei­nige Tricks für er­folg­rei­ches Pla­ka­tieren: (…)

  • P wie Pressearbeit

    Um ein­zelnen Ak­tionen einen grö­ßeren Wir­kungs­ra­dius zu geben, ist es emp­feh­lens­wert, sie der Öffent­lich­keit über die Presse be­kannt zu ma­chen. Dafür haben wir hier ei­nige An­re­gungen und Hin­weise zu­sam­men­ge­stellt. Je nach Ak­tion bieten sich dafür ver­schie­dene Schwer­punkte an; auch muss man sich ent­scheiden, wie viel Ar­beits­kraft man in­ves­tieren kann (allen Tipps nach­zu­gehen, wäre viel Ar­beit sowie in wel­chem Stil und be­son­ders über welche Me­dien man an die Öffent­lich­keit treten möchte. (…)

  • S

  • S wie Smartmob

    Smartmob-IconMan be­findet sich mitten in der Stadt, z.B. auf dem Markt­platz, und plötz­lich be­ginnen ei­nige Men­schen sich merk­würdig zu ver­halten: Sie singen, ma­chen Krach, stürmen alle auf einmal in einen Laden, fangen an zu tanzen oder Theater zu spielen. „Flashmobs“ nennen sich diese kon­zer­tierten, scheinbar spon­tanen Blitz­ak­tionen, die sich hin­terher ebenso plötz­lich wieder auf­lösen wie sie be­gannen. Seit ei­nigen Jahren haben sich Flashmobs welt­weit ver­breitet: Man trifft sich zur Kis­sen­schlacht im Park oder zum Freeze auf dem Bahnhof (…)

  • S wie Soli-Einkauf

    In einer hu­ma­nis­ti­schen Ge­sell­schaft sollte ein dis­kri­mi­nie­rungs­freier Um­gang mit Flücht­lingen, also Men­schen, die aus ihrer Heimat vor Krieg, Folter Hunger oder auch Ar­beits­lo­sig­keit und all­ge­meiner Per­spek­tiv­lo­sig­keit fliehen, zur Nor­ma­lität ge­hören. Leider ist dieser Grund­satz na­hezu nir­gends ver­wirk­licht, auch nicht in der BRD. Men­schen, die hier Asyl be­an­tragen haben nicht nur eine mi­ni­male Chance auf An­er­ken­nung des Asyls (An­er­ken­nungs­quote unter 1 Pro­zent), son­dern werden auch ge­sell­schaft­lich iso­liert. (…)

  • W

  • W wie Wahlquark

    Wahlquark-IconWenn Wahlen etwas ändern würden, dann wären sie ver­boten. Richtig ist: Wahlen sind ein not­wen­diger Be­stand­teil der re­prä­sen­ta­tiven De­mo­kratie; sie – und nur sie – statten die Po­li­ti­ke­rinnen und Po­li­tiker mit der Le­gi­ti­ma­tion aus, die sie zum Re­gieren be­nö­tigen. Will man den selbst­er­nannten Re­prä­sen­tan­tInnen diesen Ge­fallen nicht tun, aber sich auch nicht nur passiv der ei­genen Stimme ent­halten, gibt es eine Viel­zahl von Mög­lich­keiten, seine Kritik an Herr­schafts­ver­hält­nissen, Wahl-Verfahren oder den Par­teien und Po­li­ti­ke­rInnen mit ihren (…)

  • W wie Wählen gehen

    Zur Ab­wechs­lung mal eine Ak­tion, die sogar im Grund­ge­setz ver­an­kert ist. Pas­send zum der­zei­tigen Haupt­thema in deut­schen Me­dien möchten wir Pas­siven die vom deut­schen Wahl­be­rech­tigten nur noch stief­müt­ter­lich be­han­delte, aber ein­zige Ak­ti­ons­form vor­stellen, der sich die Bun­des­re­gie­rung auf jeden Fall beugen muss: Wählen gehen!

    Durch die re­gel­mä­ßige Stimm­ab­gabe können Bür­ge­rinnen und Bürger ihr Par­la­ment nach ihren Wün­schen zu­sam­men­setzen. (…)

Eine Antwort auf Ak­ti­ons­le­xikon

  1. Jacob sagt:

    Hej,

    schöne Auf­lis­tung.
    Neu auf dem Markt ist aus dieses Buch hier:
    »Be­au­tiful Trouble is a book and web toolbox that puts the ac­cu­mu­lated wisdom of de­cades of crea­tive pro­test into the hands of the next ge­ne­ra­tion of change-makers. »
    http://beautifultrouble.org/

    Das bietet be­stimmt auch noch jede Menge In­spi­ra­tion für das Aktionslexikon.

    LG

      (Zi­tieren)

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