A wie Adbusting

Der 1. Ar­tikel un­serer Reihe, die Euch in re­gel­mä­ßigen Ab­ständen Ak­ti­ons­formen vor­stellen wird, be­fasst sich mit der künst­le­ri­schen Pro­test­form »Adbusting«.

 

Be­griff:

Der Be­griff Ad­bus­ting setzt sich zu­sammen aus dem eng­li­schen Wort „ad­ver­ti­se­ment“ (Wer­bung, Re­klame) und dem Wort „bus­ting“ (ka­putt ma­chen, hoch­gehen lassen usw.; als Ad­jektiv auch: pleite).

Wei­tere Be­griffe sind etwa »Sub­ver­ti­sing« (Kalle Lasn, Ad­bus­ters Media Foun­da­tion) oder »Bran­da­lism« (Banksy). Die Be­griffe »Vi­sual At­tacks«, »Vi­sual Kid­nap­ping« und »Li­qui­dated Logos« sind eher spe­zi­elle Tech­niken und Stra­te­gien des fran­zö­si­schen Künst­lers »Zeus«. Mehr zu diesen Künst­lern in un­seren Links.

Ent­ste­hung:

Ad­bus­ting gibt es in An­fängen schon seit es Wer­bung gibt. Frühe Formen des Ad­bus­tings lassen sich in vielen Län­dern und Kunst­sparten finden. In der Bun­des­re­pu­blik etwa könnten bei­spiels­weise die Werke von Klaus Staeck als Vor­formen des Ad­bus­tings be­trachtet werden.

Ge­nauere Infos und Nä­heres zum Ad­bus­ting bzw. zur Cul­ture Jamming-Bewegung gibt es hier als PDF-Dokument (6,3 MB; inkl. Bildmaterial) .

Ak­ti­ons­form:

Das zen­trale An­liegen des Ad­bus­tings ist es, un­sere geis­tige Um­welt vor den immer häu­figer und immer in­ten­siver ein­pras­selnden Pro­dukt­an­prei­sungen, Wer­be­bot­schaften und Kon­su­map­pellen zu schützen. „Men­taler Um­welt­schutz« so­zu­sagen. Des­halb geht es beim Ad­bus­ting darum, Wer­bung im öffent­li­chen Raum um­zu­ge­stalten, zu ver­fremden bzw. ge­schickt nach­zu­ahmen, um die Wer­be­bot­schaften zu ver­kehren, die Ma­chen­schaften des be­tref­fenden Un­ter­neh­mens zu ent­blößen, das rea­li­täts­ferne Heile-Welt-Image der je­wei­ligen Firma bzw. ganze Image-Kampagnen platzen zu lassen oder ein­fach um den Kon­sum­druck der Wer­bung an­zu­pran­gern. Für eine op­ti­male Wir­kung, sollte das End­er­gebnis so­wohl ästhe­tisch an­spre­chen und einen klaren ge­stal­te­ri­schen Bezug auf die ur­sprüng­liche Wer­bung haben (falls nicht das Wer­be­plakat selbst ver­än­dert, son­dern ein ei­genes er­stellt wird) als auch die ver­än­derte Bot­schaft „rü­ber­kommen“. Ir­ri­ta­tion ist ein wich­tiger Be­stand­teil, sollte aber dem In­halt bzw. einer deut­li­chen Aus­sage nicht im Wege stehen.

Per­sonal:

Wer eine gute Idee und ein biss­chen Ah­nung von Bild­be­ar­bei­tung hat, kann durchaus al­lein ans Werk gehen. Aber besser ist es, die Ak­tion we­nigs­tens zu zweit oder zu dritt zu planen und durchzuführen.

Aus­stat­tung:

Je nach Be­darf – Pa­pier, Stifte, Sprüh­dosen, Kleister, etc. Für di­gi­tale Ge­stal­tung eignet sich vor allem das Photoshop-ähnliche Bild­be­ar­bei­tungs­pro­gramm „Gimp“. Es ist kos­tenlos und bietet sehr um­fang­reiche Möglichkeiten.

Kos­ten­auf­wand:

Da sich in Ko­pier­läden be­reits re­lativ kos­ten­günstig groß­for­ma­tige Ko­pien an­fer­tigen lassen und eine di­gi­tale Be­ar­bei­tung mit kos­ten­loser Soft­ware ei­gent­lich „nur“ ein klein biss­chen Zeit kostet, ist Ad­bus­ting eine Ak­ti­ons­form, die große Wir­kungen zum kleinen Preis er­zielen kann.

Bei­spiele:

Hände am Strichcode

Foto: Bleib passiv.

 

4 gebustete Logos

Quelle: konsumpf.de

 

Google Landscapes

Ad­bus­ting von Fi­lippo Mi­nelli, Quelle: adbusters.org

 

Berliner Bank Adbusting

Quelle: attacmarburg.de/adbusting

 

Flagge der America TM

Quelle: adbusters.org

 

Nescafé Adbusting

Quelle: die-zeit.net (Zeit-Faksimile von attac)

 

Senseo Kaffee Adbusting

Quelle: Such­ma­schine

 

H&M Adbusting

Quelle: adbusters.org

 

Absolut Vodka Adbusting

Quelle: adbusters.org

 

Grüne-Wahlplakat Adbusting

Foto: Bleib passiv.

Wer mehr wissen will:

…stö­bert ein­fach mal bei un­seren Links durch die Ka­te­gorie „Konsum & Kultur“.

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4 Antworten auf A wie Adbusting

  1. Pingback: D wie Demobusting | Bleib passiv.

  2. Pingback: Adbusting im Berlin-Wahlkampf | Teil 2 | Bleib passiv.

  3. Pingback: APO-Theke | Adbusting im Berlin-Wahlkampf | Teil 2

  4. BerndJoel sagt:

    Hier ein Bei­spiel, was man mit dem FDP-Plakatspruch: »Ar­beiten muss sich wieder lohnen« so an­stellen kann ;-)

    Plakat Koch-Mehrin

      (Zi­tieren)

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