Demo von FDP– und CDU-Studis gekapert

Für den 2. Tag des Bil­dungs­streiks (siehe Bil­dungs­strei­kar­tikel), der in der Woche vom 15.-19. Juni bun­des­weit für bes­sere Bil­dungs­be­din­gungen ein­trat (siehe For­de­rungen), mel­deten die Li­be­rale (FDP-nahe) Hoch­schul­gruppe und der RCDS (CDU) der Humboldt-Universität eine „Streikbruch“-Demonstration unter dem Motto  „Bildungs-Chancen statt Kampf und Streik“ an (siehe LHG-Homepage).

Zu den 15 jungen Kon­ser­va­tiven ge­sellten sich an diesem Nach­mittag auf dem Be­bel­platz rund 100 Bildungsstreik-Aktive, um in einer sa­ti­ri­schen Ak­tion deren An­liegen über­spitzt und deut­lich auf den Punkt zu bringen. Hinter dem Front-Transparent „Bil­dungs­streik ist Bil­dungs­neid“ fanden sich Dut­zende wei­terer Schilder mit Auf­schriften wie „So­ziale Aus­gren­zung ef­fi­zi­enter ge­stalten“, „BAföG ist Wett­be­werbs­ver­zer­rung“, „Stu­di­en­ge­bühren für alle“ oder „Klasse statt Masse“.

Nach an­fäng­li­cher Ir­ri­ta­tion merkte der eli­täre Nach­wuchs, dass es sich bei den 100 Da­zu­ge­sto­ßenen nicht um ei­gene An­hänger han­delte, trotz der so ähn­li­chen For­de­rungen und der schi­cken An­züge ei­niger Teil­nehmer. Dar­aufhin wurde mit Hilfe der Po­lizei die ei­gene Mini-Demonstration ge­startet. Mit fünf Mi­nuten Ab­stand be­gannen die Bildungsstreik-Befürwortenden ihre De­mons­tra­tion und machten mit laut­starken Rufen deut­lich, wem man sich an diesem Tag zu­ge­hörig fühlte: „Wir sind die Hoch­schul­gruppe der FDP“ schallte es ab­wech­selnd mit den ein­deu­tigen For­de­rungen wie „Hoch die neo­li­be­rale Uni­ver­sität“ oder „Pri– Pri– Privatisierung“.

Die Pas­santen am We­ges­rand waren an­ge­sichts dieser Of­fen­heit kaum we­niger ver­dutzt, als die Nachwuchs-Karrieristen von FDP und CDU selbst, die an­ge­kommen vor dem Rat­haus auch einer ge­mein­samen Ab­schluss­kund­ge­bung nicht zu­stimmen wollten.

Da­nach drehten sich die sa­ti­ri­schen Pla­kate, Trans­pa­rente und Pa­rolen: Aus dem Front-Transparent wurde ein ein­fa­ches „Bil­dungs­streik“, auch die Schilder be­warben nun die Bil­dungs­streik­woche. Zu­rück ging es nun zur Uni­ver­sität und Rufe wie „Geld für Bil­dung statt für Banken“ und „Bil­dung für alle und zwar um­sonst“ wurden von den Pas­santen diesmal mit Ap­plaus bedacht.

In An­leh­nung an die Ak­ti­ons­form des Ad­bus­ting, könnte hier von De­mo­Bus­ting ge­spro­chen werden.


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