C wie Carrotmob

Boy­kott war ges­tern. Heute ziehen wir die Ka­rotten selbst! Wenn es immer heißt, der Kunde könne mit seinem Geld ab­stimmen, dann ma­chen wir uns un­seren Wahltag selbst. So dachte es sich ein frus­trierter Um­welt­schützer in den USA und or­ga­ni­sierte den ersten Car­rotmob. In Berlin hat im Juni der erste Car­rotmob Deutsch­lands statt­ge­funden, Bie­le­feld und Mün­chen folgten. Der nächste Ber­liner Car­rotmob wird in einem Im­biss am 24.10. im Rahmen des CO2-Aktionstages (siehe auch unser Passiv Viewing) stattfinden.

Was ist das?

Um ein Un­ter­nehmen zu kli­ma­freund­li­chen Um­bauten zu be­wegen, wird es nicht boy­kot­tiert, son­dern dafür ge­sorgt, dass we­sent­lich mehr Käufer zu einem be­stimmten Zeit­punkt bei einem Un­ter­nehmen ein­kaufen, und be­scheren diesem somit einen we­sent­lich hö­heren Um­satz. Dieser muss von der Firma dazu ver­wendet werden, um Um­bauten für mehr En­er­gie­ef­fi­zienz und Nach­hal­tig­keit durch­zu­führen. In diesem Sinne wurde der Car­rotmob ent­wi­ckelt, aber es sind na­tür­lich auch an­dere Ziele denkbar.

Wie wird das Un­ter­nehmen ausgesucht?

Im Vor­feld des Car­rot­mobs su­chen die Um­welt­schützer sich eine Branche in einem Ge­biet aus. Beim 1. Car­rotmob in Berlin waren es zum Bei­spiel Spät­ver­käufe im Be­zirk Kreuz­berg. Dann be­su­chen sie alle (oder so viele wie mög­lich) Firmen dieser Branche und er­klären ihnen den Car­rotmob. Der Vor­teil für die Firmen ist ein er­höhter Um­satz an einem be­stimmten Tag und dar­über hinaus eine Image­auf­wer­tung – au­ßerdem wird ihr Un­ter­nehmen da­nach en­er­gie­ef­fi­zi­enter sein. Um diese Vor­teile zu er­langen, müssen sie be­reit sein, einen An­teil des er­höhten Um­satzes für die Um­bauten zu ver­wenden. Die Firma, die den größten An­teil bietet, er­hält den Zu­schlag. In Berlin war es ein Späti in der Wiener Straße, der ver­sprach, 35% des Um­satzes zu investieren.

Wie wird’s gemacht?

Ganz ein­fach – jede/r kann mit­ma­chen. Die Or­ga­ni­sa­toren dieser Ak­tion haben meist über das In­ternet (Home­page und/oder so­ziale Netz­werke) einen breiten Wir­kungs­kreis und er­rei­chen viele an­dere am Um­welt­schutz in­ter­es­sierte Men­schen. Diese kaufen dann am Carrotmob-Tag bei der Firma ein, die den höchsten An­teil ge­boten hatte. In Berlin kauften in­ner­halb von drei Stunden ca. 400 Men­schen bei dem Späti ein. Dieser hat da­durch einen Um­satz von 2000,84 Euro ge­macht – dreimal so­viel wie sonst an einem Tag!

Mit dem An­teil des Um­satzes werden nun Ände­rungen vor­ge­nommen bei Kühl­an­lage, Be­leuch­tung, Wär­me­däm­mung oder Strom­an­bieter. Bei dem Ber­liner Späti wurden zum Bei­spiel für die 700 Euro En­er­gie­spar­lampen ein­ge­baut, eine Zeit­schaltuhr und der Wechsel weg vom Atom­strom hin zu Green­peace En­ergy sub­ven­tio­niert. Wei­gert sich die Firma al­ler­dings, ist ihr ein schlechtes Image sicher!

Hier noch ein Video vom al­ler­ersten Car­rotmob in den USA in einem Li­quor Store – wie originell!

Oder watch here: http://carrotmob.org/about/.

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2 Antworten auf C wie Carrotmob

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