Meet the Mohns | Teil 1: Daten und Fakten

Der erste Teil dieser Ar­ti­kel­reihe ist le­dig­lich eine Denk­sport­auf­gabe. Die ist aber ziem­lich knifflig. Also auf­merksam lesen! Ach­tung, es geht los:

Was haben…

die RTL-Group mit ihren 45 TV-Sendern und 32 Ra­dio­sta­tionen in 11 Län­dern (Ein­zel­auf­lis­tung hier),

wie etwa der frän­zö­si­sche Fern­seh­sender M6,

der eng­li­sche Sender Five,

der rus­si­sche REN TV,

die deut­schen n-tv,

Vox,

RTL,

RTL 2,

Super RTL

sowie die Ra­dio­sta­tionen 89,0 RTL (Sachsen-Anhalt),

104,6 RTL (Berlin),

Spre­e­radio,

An­tenne Bayern,

An­tenne MV,

An­tenne Thüringen,

Hi­tradio An­tenne Niedersachsen,

Hi­tradio RTL Sachsen,

Oldie 95 (Hamburg),

Radio Ham­burg,

Radio NRW,

Radio Re­gen­bogen (Baden-Württemberg)

oder die Film­pro­duk­ti­ons­firmen Fre­mant­le­Media (London),

Grundy (Sydney),

UFA Film & TV Pro­duk­tion (Potsdam),

Uni­versum Film (München),

das welt­größte Ver­lags­haus für eng­lisch­spra­chige Bü­cher »Ran­dom­house« mit­samt seinen 120 (auch an­ders­spra­chigen) Sub­ver­lagen in 19 Ländern

wie z.B. die deut­schen Verlage

Gold­mann (Ri­chard D. Precht: »Wer bin ich und wenn ja wie­viele«),

btb (Pascal Mer­cier: »Nachtzug nach Lis­sabon«),

Ariston,

Bas­ser­mann,

cbj Kinder– und Jugendbücher,

Di­ede­richs Verlag,

DVA,

Edi­tion Elke Heidenreich,

Heyne,

Knaus,

Man­hattan bei Gold­mann (Vla­dimir Ka­miner: »Rus­sen­disko«)

Mo­saik bei Goldmann,

Pan­theon,

Rie­mann,

Siedler (Helmut Schmidt: »Ausser Dienst«)

Sphinx

und vielen anderen,

das Ver­lags­haus Gruner+Jahr mit rund 500 Print– und On­line­me­dien in 90 Län­dern,

wie zum Bei­spiel den »Life­style«- und Fach­zeit­schriften und den je­weils da­zu­ge­hö­renden Websites…

art,

Bri­gitte (inkl. Bri­gitte Ba­lance, Bri­gitte Woman),

Ca­pital,

Der Spiegel (Ei­gen­tums­an­teil 25,25%),

El­tern,

essen&trinken,

Gala (inkl. Gala Style)

Geo (inkl. Geo Epoche, Geo kom­pakt, Geo mini, Geo Saison, Geo Saison extra, Geo Spe­cial, Geo Wissen und Geolino),

Ma­nager Ma­gazin (Ei­gen­tums­an­teil 24,9%)

Na­tional Geo­gra­phic (inkl. Na­tional Geo­gra­phic World),

Stern (inkl. Neon, Nido, Fo­to­grafie, Ge­sund leben, TV Ma­gazin, View),

P.M. (inkl. P.M. Bio­grafie, P.M. Fragen&Antworten, P.M. History, P.M. Per­spek­tive, P.M. Trainer),

Schöner Wohnen,

… ver­kaufs­ori­en­tierten Kun­den­zeit­schriften (»Cor­po­rate Media«)…

Son­nen­Seiten (Ma­gazin der ARD-Fernsehlotterie),

Fit! (DAK-Magazin),

Com­pass (Com­di­rect Bank Magazin),

Das Ma­gazin (EnBW-Magazin),

Deut­sche Bahn Mobil,

Neues Zu­hause (Ma­gazin der Deut­schen Post AG),

Ikea Fa­mily Live,

Luft­hansa (inkl. Luft­hansa Ma­gazin, Luft­hansa Ex­clu­sive, Luft­hansa Woman’s World, Luft­hansa Busi­ness World, Luft­hansa Media World),

Miele – zu Tisch (Miele Magazin),

Miele – à la carte (Miele Magazin),

Ni­veau (Nivea-Magazin),

Volks­wagen Magazin,

Young Style (Be­auty Al­li­ance Magazin),

Zeit Wissen (ja, auch die)

und an­dere mehr,

und Zei­tungen…

Fi­nan­cial Times Deutschland,

Säch­si­sche Zeitung,

Mor­gen­post Sachsen

das Ver­mark­tungs­un­ter­nehmen Di­rect Group mit seinen Me­di­en­clubs, Buch­han­dels­ketten, Online-Shops, Ver­lagen und Dis­tri­bu­ti­ons­firmen in 16 Län­dern welt­weit (Quelle),

das Dienst­leis­tungs­un­ter­nehmen Ar­vato AG, Eu­ropas größter An­bieter von Kun­den­pro­filen und Kun­den­bin­dungs­stra­te­gien mit Eu­ropas größter Druckerei-Gruppe und der welt­weit zweit­größten CD– und DVD-Produktion (Quelle),

die kom­mu­nalen (also öffent­li­chen) Ver­wal­tungs­auf­gaben der Stadt Würz­burg,

die Daten­auf­be­rei­tung von mi­li­tä­ri­schem Kriegs­gerät (Späh­fahr­zeug »Fennek«, Schüt­zen­panzer »Marder«, mo­biles De­kon­ta­mi­na­ti­ons­system,

die Liedrechte von

Peter Fox,

A-ha,

Vir­gina Jetzt!

oder 2Raumwohnung,

deine Adress­daten,

deine Kon­to­nummer und deine Bank­leit­zahl bei Online-Einkäufen (»In­foscore Con­sumer Data GmbH« bei Paypal hier und hier),

die Daten über deine Schulden und deine fi­nan­zi­elle Kauf­kraft, deine Kon­sum­ge­wohn­heiten und be­vor­zugten Zahlungsmethoden

…ge­meinsam?

Richtig: Sie ge­hören alle Ber­tels­mann und Ber­tels­mann ge­hört der Fa­milie Mohn. Wer die Quelle prüft, wird sehen, dass die Mohns ja nur knapp ein Viertel der An­teile an der Ber­tels­mann AG halten und den Rest ja die Bertelsmann-Stiftung. Das ist auch völlig richtig. Und nun ratet mal, wem die Bertelsmann-Stiftung ge­hört. Wieder richtig: den Mohns! Und zwar vom Stifter bis zum Füh­rungs­gre­mium. Al­ler­dings be­finden sich in den Füh­rungs­gre­mien der Bertelsmann-Stiftung auch Nicht-Familienangehörige. Ver­mut­lich des­halb ist die Stif­tung trotz der Mehr­heits­an­teile stimmlos, wenn es um die Kon­zern­be­lange geht. Das Stimm­recht hält die Mohn-Familie über die Ber­tels­mann Ver­lags­ge­sell­schaft (BVG) zu »100 Pro­zent«.

Vor­ges­tern, am 3. Ok­tober 2009, ist der Konzern-Patriarch Rein­hard Mohn ge­storben, der an un­zäh­ligen Men­schen in diesem Land ver­diente, indem er ihnen »Kne­bel­ver­träge« für Lese-Abos des Bertelsmann-Clubs (»Der Club«) mit »teils ag­gres­siven« Me­thoden ver­kaufen bzw. »auf­schwatzen« ließ, der immer ver­suchte, »für sich un­an­ge­nehme Themen klein­zu­halten«, der »re­gel­mäßig mit schönen Büro­f­räu­leins aus seinem Un­ter­nehmen« seine da­ma­lige Frau be­trog und auf diese Art auch seine letzte Ehe­frau Eli­sa­beth »Liz« Mohn als 17-jährige, blonde Te­le­fo­nistin ken­nen­lernte, der »ei­sen­hart gegen seine Gegner« ge­wesen sein soll, dem vor­ge­worfen wird, »nicht ein­deutig genug Stel­lung be­zogen zu haben« bei der Auf­ar­bei­tung der Un­ter­neh­mens­ge­schichte, denn Ber­tels­mann ko­ope­rierte mit den Nazis und druckte Pro­pa­ganda.

Die Presse lobt ihn als »einen der her­aus­ra­gendsten deut­schen Un­ter­nehmer«, als »Wirt­schafts­weisen« mit »einer der großen Er­folgs­ge­schichten« im Nach­kriegs­deutsch­land und übe­rall wird be­tont, er sei so nah an seinen Mit­ar­bei­tern ge­wesen, weil er an­geb­lich jeden Tag mit in der Bertelsmann-Kantine ge­gessen hätte. In der Frank­furter Rund­schau hin­gegen wird auf einen »Sekten«-Charakter und den Mess­bar­keits­fe­ti­schismus der von Rein­hard ge­grün­deten Bertelsmann-Stiftung sowie die Kritik an der »Ge­mein­nüt­zig­keit« dieser Stif­tung hin­ge­wiesen. Unter an­derem kon­zi­pierte die Bertelsmann-Stiftung die Hartz-IV-Gesetze mit und will die Pri­va­ti­sie­rung des Ge­sund­heits– sowie durch das (ber­tels­man­nei­gene) stu­di­en­ge­büh­ren­be­für­wor­tende »Cen­trum für Hoch­schul­ent­wick­lung« (CHE) und das »Cen­trum für an­ge­wandte Po­li­tik­for­schung« (CAP) auch die Pri­va­ti­sie­rung des Bil­dungs­we­sens voranpeitschen.

Was all das für einen oh­nehin nicht son­der­lich trans­pa­renten und be­völ­ke­rungs­nahen Staat be­deutet, wenn eine ein­zige Mil­li­ar­därs­fa­milie derart viele bzw. große Presse– und In­for­ma­ti­ons­ka­näle, Print– und Rund­funk­me­dien, Pro­duk­tions– und Dienst­leis­tungs­un­ter­nehmen, Think Tanks und Lobby-Organisationen kon­trol­liert, brau­chen wir wohl nie­mandem zu erklären.

Leider ist vor Ber­tels­mann in­zwi­schen wirk­lich gar nichts mehr si­cher. Nicht einmal mehr das In­ternet. Denn »Ar­vato On­line Ser­vices« bietet Un­ter­nehmen sogar die Mög­lich­keit an, in deren Auf­trag in In­ter­net­foren und Blogs nach Kritik und Ne­ga­tiv­ein­trägen zu su­chen und diesen dann »aktiv ent­ge­gen­zu­wirken«. Das ganze nennt sich »So­cial Media Mo­ni­to­ring«, also Sozialmedien-Überwachung.

Ge­gen­öf­fent­lich­keit:

http://www.anti-bertelsmann.de/

http://www.bertelsmannkritik.de/index.htm

E-Mail-Verteiler für ber­tels­mann­kri­ti­sche Neuigkeiten

Ber­tels­mann­kri­ti­sches Musik-Video des Künst­lers »Pan« über den me­dial auf­ge­bauschten Rapper »Massiv«. (Zum Zeit­punkt als das Video ent­stand, ge­hörte SonyBMG noch zu Ber­tels­mann. SonyBMG wurde je­doch Ende 2008 aufgelöst.)

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Eine Antwort auf Meet the Mohns | Teil 1: Daten und Fakten

  1. Schöne Seite und Ar­tikel.
    Ur­he­ber­recht re­for­mieren
    und
    Abmahn-Wahn stoppen!
    Pi­ra­tige Grüße,
    Phil

      (Zi­tieren)

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