Einige Wahlplakate in Berlin zeigen seit kurzem ein ehrlicheres Gesicht, als es den betreffenden Parteien wohl lieb ist.
Nachdem es bereits in zurückliegenden Wahlkämpfen viele interessante Adbustings von Parteiplakaten gab (Wahlplakate-Busting zur Bundestagswahl), gab es nun im Rahmen des Wahlkampfs zur Berliner Abgeordnetenhauswahl am 18. September erneut Adbusting-Aktionen, die äußerst sehenswert sind.
Wir freuen uns, euch einige Bilder präsentieren zu können, und vermuten, dass dies erst der Anfang weiterer „Korrekturen“ an Parteienpropaganda war.
Hier das Originalplakat der FDP (mit den Druckfehlern)
Und hier die korrigierte Version am Berliner Alexanderplatz
Direkt hinter dem Berliner Rathaus findet sich ein weiteres schönes Exemlar…
Auf die unschöne Möglichkeit einer schwarz-grünen Koalition in Berlin weist dieses Adbusting hin.
Mit Vollgas vors Haus
Darüber hinaus hat die Partei DIE PARTEI sich ein besonders abstoßendes Plakat vorgeknöpft. Die rechtsextreme NPD hat ihre menschenverachtende und brutal-rassistische Ideologie mit einem Propagandaplakat, das die Aufschrift »›Gas geben!‹« trägt, unmissverständlich zum Ausdruck gebracht. Cachiert wird diese Holocaustaffinität mit dem Foto des Spitzenkandidaten Udo Voigt, der auf einem Motorrad sitzt.
Die Partei DIE PARTEI hat dies zum Anlass genommen, das Plakat ebenfalls in einen direkten Bezug zu den Anhängern rassistischer und nationalistischer Ideologie zu setzen — nur eben umgekehrt:
Und um ihre Unterstützung gänzlich zum Ausdruck zu bringen, hat die Partei DIE PARTEI diese schöne Propagandaergänzung direkt vor — und auf — die Parteizentrale der NPD in Köpenick geklebt:
Als Ausdruck unseres Dankes für diese schöne Aktion empfehlen wir euch hiermit den ebenfalls sehenswerten Wahlwerbespot der Partei DIE PARTEI:
Zu guterletzt möchten wir noch auf die jüngst gegründete Monokulti-Bewegung in Berlin-Neukölln hinweisen: die Buschkowsky-Jugend.
Falls ihr noch Ergänzungen zu weiteren Adbustings im Rahmen des Wahlkampfs habt, dann nutzt doch bitte die Kommentarfunktion. Wir sind uns sicher, dass dies noch nicht die letzten Aktionen waren.
Übrigens: Wo hängt eigentlich noch der olle Stadtkewitz (von der Islamhasser-Partei »Die Freiheit«)? Und darf denn schon die rassistische Pro-Deutschland-Propaganda mit dem Hinweis auf »Thilos Thesen« abgehängt werden?
Adbusting im Berlin-Wahlkampf Teil 2!










»Und darf denn schon die rassistische Pro-Deutschland-Propaganda mit dem Hinweis auf »Thilos Thesen« abgehängt werden?«
Sowas darf, nein: muss man immer abhängen, würde ich mal sagen
Schöne Aktion, das mit den FDP-Plakaten, Respekt an die unbekannten Macher.
Peter(Zitieren)
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Vielen Dank für den schönen Artikel! Und überhaupt dafür, wieder Neues von euch zu lesen. Aus nachfliegenden (hey hey, die Rechtschreibkorrektur! Super! Also noch mal): Aus naheliegenden Gründen hier auch der Hinweis auf das ultrapopulistische Propagandablatt der Partei Die PARTEI: http://wachturm.die-partei-berlin.de/
Bogun von Wangenheim(Zitieren)
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Der NPD-Blog.info hat seine ganz eigenen Vorschläge für Adbustings von NPD-Plakaten. Wir würden uns freuen, wenn diese ernst genommen würden.
Passivist(Zitieren)
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ich würde hier sehr gerne nochmal auf die wunderschöne umbennungsaktion der buschkowsky-jugend hinweisen. ad-busting auf hohem niveau… nicht nur eine gelungene form, sondern inhaltlich wird auf deren block auch einiges geboten.
http://buschkowsky-jugend.de.vu
auf facebook freuen die sich auch über freund_innnen:
http://www.facebook.com/buschkowskyjugend
kommunikator(Zitieren)
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Bei Euch gibt’s auch ›nen Druckfehler: hinter »zu können« kommt ein Komma.
Das ist ein eingeschobener Nebensatz. Wird sehr häufig auch in vielen seriösen Printmedien falschgemacht.
James T. Kirk(Zitieren)
wohl eher erweiterter infinitiv mit zu, nebensätze haben ein subjekt
c(Zitieren)
Vielen Dank für Deinen Hinweis. Es ist auch schön zu wissen, dass das Korrekturlesen nicht überflüssig ist, da unsere geschätzten LeserInnen selbstverständlich etwaige Fehler bemerken. Danke!
Bleib passiv.(Zitieren)
Da ich mich als Demokrat bezeichne, halte ich eigentlich nichts davon Wahlplakate von unliebsamen Parteien abzuhängen oder zu verändern.
Was allerdings zur Zeit von der FDP in Berlin verbreitet wird, ist meiner Meinung nach kein Wahlkampf mehr, sondern irgendwo zwischen Volksverhetzung und Beleidigung anzusiedeln.
Ich bin entsetzt, dass eine Partei mit Parolen wirbt, für deren Niveau man sich schämen muss.Was soll man von einer Partei halten, welche die Bildung unserer Kinder mit Fußball vergleicht. Was sagen Eltern, die schon ein Kind im Straßenverkehr verloren haben, zu dem »Tempo-30-Plakat« ?
Leider habe ich den Eindruck, dass man mit solcher Propaganda mehr Erfolg hat, als mit (mehr oder weniger) seriösem Wahlkampf.
Vor diesem Hintergrund kann ich meine Sympathie für die »Klarstellung« durch das Verändern dieser Plakate nicht mehr unterdrücken.
Gerade weil ich Demokrat bin!
Gespaltener(Zitieren)
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