G wie Gu­er­rilla Lights

Mit wenig Auf­wand, aber leuch­tender Wir­kung setzt das Gue­rilla Lighting jede Bot­schaft in Szene. Als bspw. An­gela Merkel wäh­rend ihrer „En­er­gie­reise“ letztes Jahr das Atom­kraft­werk Lingen be­suchte, warf Green­peace eine strah­lende Nach­richt auf den Kühl­turm (s. Foto unten). In ähn­li­cher Weise pro­ji­zierte die IG-Metall einmal aufs Kanz­leramt: „Ges­tern waren wir das Job­wunder. Jetzt werden wir ar­beitslos.“ Gibt es etwas, dass ihr der Welt auch schon immer einmal sagen wolltet? Dann gibt es hier noch ein paar Tipps für euch.

Aus­stat­tung: Licht

Am besten eignet sich für eine Haus­wand­pro­jek­tion ein Bau­strahler. Diese Lampen lassen sich gut trans­por­tieren und sind auf­grund ihrer enormen Leucht­kraft zu emp­fehlen.. Da sie das Licht je­doch sehr breit streuen, sollte man aus einem hit­ze­be­stän­digen, licht­un­durch­läs­sigen Ma­te­rial eine Art Röhre bauen, die das Licht in eine be­stimmte Rich­tung lenkt. Bau­strahler be­kommt man in jedem Bau­markt. Al­ler­dings be­nö­tigt man hierfür na­tür­lich noch eine En­er­gie­quelle. Eine Au­to­bat­terie (eben­falls im Bau­markt er­hält­lich) wäre hier von Vor­teil, da die Bau­strahler viel Strom fressen.

ACH­TUNG: Denkt daran, dass Bau­strahler sehr heiß werden! Für den Rück­trans­port nach einer ge­lun­genen „Batman-Aktion“  sollte man also auf jeden Fall Hand­schuhe und eine Decke o. ä. parat haben, um den Strahler an­fassen und ihn ein­wi­ckeln zu können.

An­sonsten gibt es in Bau­märkten oder Kauf­häu­sern in­zwi­schen auch sehr leis­tungs­starke Ha­lo­gen­strahler. Sie haben den Vor­teil, be­reits einen ge­rich­teten Licht­strahl aus­zu­senden und sie sind oft­mals hand­li­cher kon­stru­iert. Wie große Ta­schen­lampen so­zu­sagen. Im Ver­gleich zum Bau­strahler haben sie aber unter Um­ständen keine so hohe Leuchtkraft.

Greenpeace Projektion

Greenpeace-Protest in Lingen am 26.08.2010 | © Fred Dott/Greenpeace

Aus­stat­tung: Schablone

Vor die Licht­quelle mon­tiert man eine Scha­blone mit der ent­spre­chenden Bot­schaft. Beim Bau­strahler sollte sie mög­lichst zwi­schen das Licht und den Röh­ren­auf­satz. Am besten man schneidet einen kleinen Spalt hinein, wo sie hin­ein­ge­schoben werden kann. Beim An­fer­tigen der Scha­blone, gilt es zu ent­scheiden, an wel­chen Stellen sie das Licht durch­lässt: Soll also z. B. die Schrift bei der Pro­jek­tion schwarz er­scheinen, müssen die Buch­staben in der Scha­blone er­halten bleiben, damit sie den Schatten werfen. Soll hin­gegen die Schrift leuchten, müssen die Buch­staben na­tür­lich weg­ge­schnitten werden. Das hängt ei­ner­seits von der Pro­jek­ti­ons­fläche ab, aber auch von Euren Vor­stel­lungen. Fragt Euch vorher: Wollt ihr auf einer dunklen Haus­wand einen leuch­tenden Schriftzug er­scheinen lassen? Oder wollt Ihr, dass es mehr so einen „Plakat-Charakter“ hat, dass man also einen leuch­tenden Hin­ter­grund sieht? Beim Mon­tieren der Scha­blone vor die Licht­quelle passt auf jeden Fall auf, dass sie aus­rei­chenden Ab­stand hat, denn Bau­strah­ler­können wie ge­sagt sehr heiß werden.

Wer es gra­fisch noch an­spruchs­voller mag, kann Bilder oder Schrift­züge auch mit Hilfe eines Bea­mers pro­ji­zieren. Beamer kann man in vielen Städten aus­leihen, je­doch sind sie nicht so ganz billig. Au­ßerdem eignen sie sich für den Trans­port nicht so gut. Über­legt Euch was für Eure Ak­tion wich­tiger ist: der künst­le­ri­sche As­pekt oder die Mobilität.

Um etwas Ab­wechs­lung in die Ak­tion zu bringen, fer­tigt meh­rere Scha­blonen an, die sich dann mit­ein­ander ab­wech­seln. So könnt ihr meh­rere In­halte plat­zieren oder kleine „Ani­ma­tionen“ erzeugen.

Re­so­nanz

Je nachdem, wie pro­mi­nent Ihr Euer Thema plat­zieren wollt, könnt Ihr na­tür­lich auch die Presse ein­laden. Schreibt dazu eine kurze (!), kna­ckige Ein­la­dung mit einer Er­klä­rung, was Ihr mit der Ak­tion ver­folgt, sowie einer ge­nauen Orts– und Zeit­an­gabe und schickt diese an ent­spre­chende Pressestellen.

Wenn die aus­ge­strahlte Bot­schaft nicht nur für sich stehen, son­dern die Leute zur wei­teren Re­cherche ani­mieren soll, bettet eine In­ter­net­adresse o.ä. in Eure Scha­blone ein. So er­fahrt Ihr unter Um­ständen hin­terher auch di­rekte Re­so­nanz von Zu­schauern des abend­li­chen Spektakels.

Dann viel Spaß bei Euren Gu­er­rilla Lights

Bei­spiele

Gu­er­rilla Lights beim welt­weiten #Oc­cupy Ak­ti­onstag am 17.11.2011 hier in New York City


 

Die Gu­er­rilla Lights Ak­tion der IG Me­tall am Kanzerlamt

Guerrilla Lights am Kanzleramt

So geht’s na­tür­lich auch: »Light Cri­ti­cism« von der Anti-Advertising Agency

Hier ein Foto einer LED-Tag Ak­tion des »Graf­fiti Re­se­arch Lab« (GRL)

Guerrilla Light Brooklyn Bridge

Foto von urban_date (Graf­fiti Re­se­arch Lab)

Das »Graf­fiti Re­se­arch Lab« be­schäf­tigt sich aus­schließ­lich mit der Kunst von Pro­jek­tionen im öffent­li­chen Raum. Dank der aus­ge­feilten Pro­jek­ti­ons­technik sind hier viele äußerst spek­ta­ku­läre Ak­tionen dokumentiert.

Let's Roll

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